Verkehrserziehung

Verkehrserziehung

Die Verkehrserziehung der JRS, die in Zusammenarbeit mit den beiden weiteren Markweg-Schulen durchgeführt wird, bietet ihren Schülerinnen und Schülern abgestimmt für die verschiedenen Jahrgangsstufen ein umfassendes Angebot.

 

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2010-06 Verkehrssicherheitstag 06 web 2010-11 Schulbusbegleiter 02 web

im Juli 2013

 

betreuende Lehrer: Hanna Bartholomé, Hermann Rösch, Jutta Wiemann

 

Lieber Förderverein

 

Morgens um 8:00 Uhr trafen wir uns mit unseren Trainern Bernd und Thomas und der Klasse 6c zum Inlinertraining vor der Aischbachhalle. Alle zogen ihre Inliner und Schützer schon an, aber unsere Trainer sagten, dass wir die Sachen wieder ausziehen müssen, weil zuerst das Hinfallen geübt werden muss.

 

Nun lernten wir die korrekte Inlinerausrüstung kennen (Helm, Ellenbogen-, Hand- und Knieschützer).

 

Danach haben wir folgende Übungen gemacht:
- Als erstes zogen wir den rechten Inliner an und übten damit zu fahren.
- Genau das Gleiche mit dem linken Fuß.
- Anschließend übten wir das gleiche mit beiden Füßen.

 

Nun folgte ein Slalom. Wir mussten mit beiden Füßen um ein Hütchen fahren.

 

Schließlich übten wir das Bremsen. Dazu übten wir mit 5 Rollen zu fahren. Diesen Vorgang machten wir mehrere Male mit beiden Füßen. Jetzt kam eine schwierige Übung. Wir durften nur mit 2 Rollen fahren.

 

Nun kam wieder das Bremsen an die Reihe, jedoch vor einer Person. Schließlich machten wir eine Polonaise und fuhren sehr schnell, so dass wir das Bremsen gleichzeitig übten. Danach drehten wir uns zu zweit mit einem Stock im Kreis.

 

Zum Schluss spielten wir verschiedene Spiele wie z.B. Eishockey, Slalom usw.

 

Das hat uns sehr viel Spaß gemacht!

 

Vielen Dank für die Spende und einen schönen Tag!

 

(Klasse 5c)

 

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Fahrradhelme uncool
 
Herrenberg: Verkehrssicherheitstag im Markweg
 
von Rüdiger Schwarz, Gäubote Herrenberg, 17.05.2013
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Fast ein Jubiläum–zum neunten Mal ging der Verkehrssicherheitstag der drei Markwegschulen über die Bühne. Im Jahr eins, nachdem man mit dem Sonderpreis „Mobilität 21– Verkehrssicherheitstag an Schulen" überregionale Meriten eingefahren hat. Das schul-artenübergreifende „Leuchtturmprojekt" für die achten Klassen sieht neben den bewährten Partnern auch Eltern, Schulbusbegleiter, Schulsani-AG und Schülermentoren mit im Boot.

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Beim Verkehrssicherheitstag zeigt eine Demonstration den Bremsweg    GB-Foto: Holum

 

Bei Andreas Schill gibt es den Herz- und Nierencheck für Bikes. Beim Inhaber der Nufringer Firma Radhof Schill werden die Diagnosen etwa für Bremsen, Bereifung, Reflektoren, Lichtanlage, Vorbau oder Kette und Sitz gestellt. Doch manchmal können gar keine gemacht werden, da Scheinwerfer oder Reflektoren ganz fehlen. Fehlende Luft in den Reifen oder Kette mit hörbarem Ölungsbedarf zählt da eher noch zu den kleineren Blessuren. Was vor Ort behoben werden kann, etwa einen viel zu hohen Lenker tiefer richten, wird im Eiltempo erledigt. Aber manches Tratlager und Vorbau entpuppen sich als potenzielle Komapatienten. Bei einer Zwischenbilanz sind drei Fahrräder bereits solche, Die werden für diesen Vormittag erst mal aus dem Verkehr gezogen: Lebensgefahr, Trotzdem: „Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Totalausfälle deutlich weniger geworden", bilanziert Schill.


Beim sich anschließenden Fahrparcours, auf dem richtiges Timing und Tempo, Slalom- und Balancequalitäten gefordert sind, macht der Verkehrsbeauftragte der Jerg-Ratgeb-Realschule, Hermann Rösch, auf ein ins Auge springendes Problemverhalten aufmerksam - das Fahren ohne Helm. Den lassen etliche Schüler lieber am Lenker oder hinten am Rucksack baumeln, als dass sie ihn auf dem Kopf tragen. Das ist auch Tanja Kaluza-Rall und Sandra Köhler von der Böblinger Polizeidirektion nicht verborgen geblieben. „Es ist Mumpitz, den Helm mitzunehmen, aber nicht aufzusetzen. Bei Stürzen fallen die meisten Radfahrer auf den Kopf", gibt es von Sandra Köhler eine klare Ansage. Glaubt man ihr, ist uncool längst kein Argument gegen den Helmschutz mehr. Denn den „gibt es mittlerweile in coolen Farben und Formen, mit denen man sich nicht mehr schämen muss".


Neue Station


Bei der diesjährigen Ausgabe des Verkehrssicherheitstags erlebt die Station „Fahren im Verband und Spiele" ihre Feuertaufe. Unter anderem versuchen sich die jungen Fahrkünstler mit ihrem Velo im Limbo. AGH-Lehrer Jan Bauer steuert den entscheidenden Tipp bei, wie man am besten unter dem Seil durchkommt. „Neben den Sitz gehen, Gewicht verlagern, so dass der höchste Punkt der Lenker ist." Bei denen. die es auf Anhieb schaffen, sieht das gewieft artistisch und geschmeidig elegant aus. Beim Fahren im Verband kommt es dagegen auf den richtigen Abstand zum Vordermann und die weitergegebenen Handzeichen an. Klappt es mit denen nicht, drohen Crashs. Von der spielerischen Form der Station sollten sich die Achtklässler nicht täuschen lassen. „Das hier ist keine Spaßveranstaltung", macht Bauer noch mal klar. Damit es bei der Fahrt in Zweierreihen ins angrenzende Wohngebiet des Markwegzentrums nicht rasselt, ist „anzeigen bevor gebremst wird" Trumpf. Damit sich die neue Station etablieren könne, seien im nächsten Jahr jedoch vier anstatt zwei Lehrer vonnöten. „Einer mit 30 Schülern im Wohngebiet ist schwierig, da man nicht alle im Blick hat", gibt AGH-Lehrer Elmar Lechthaler seine gemachte Erfahrung weiter.


Die beiden Expertinnen in Sachen Verkehrsprävention von der Böblinger Polizeidirektion sind dagegen baff, was das theoretische Vorwissen der Schüler zum Thema Brems- und Anhalteweg betrifft. „Wir müssen ja bloß noch die Stichwörter liefern'', entlässt Sandra Köhler die Schüler in die Praxis. Die misst den Bremsweg von Fahrrädern, Cityrollern, Skateboardern, sogar Fußgängern und dem 40 Kilometer schnellen Polizeiauto, bei dem der Styropor-Dummy auf nasser Fahrbahn dann keine Chance mehr hat. „Die tödlichen Verletzungen fangen bei rund 25 km/h an", merkt dazu die Polizistin an.


Beim Referenten vom Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen, Martin Burkart, heißt es dann ab in den Bus und Platz nehmen. Denn die ordentlich Fliehkräfte freisetzende Bremsaktion bei 20 km/h sah andernorts schon mal ein Mädchen durch den Bus fliegen und sich eine Rippe in die Lunge bohren. Was nicht alle wissen - im Bus gelte grundsätzlich ein Festhaltegebot. Ein tags zuvor geklauter Notfallhammer lässt ihn klare Worte zu Klau und Vandalismus loswerden. „Die Vase von Mutti krieg ich auch mit einem normalen Hammer kaputt."


Bei der Wundversorgung ist ein bisschen Spaß mit dabei, sofern die blauvioletten Gummihandschuhe schon mal als Luftballon herhalten oder so mancher in der Rolle des Verletzten melodramatisch schauspielerische Talente an den Tag legt. Bei Stefan Halanke und dem toten Winkel darf dann jeder mal die begehrte Luft im Fahrerhäuschen der beiden Lastwagen schnuppern.

 

(Artikel erschienen am 17.05.2013 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Preis ist große Motivation fürs Weitermachen
 
Tübingen/Herrenberg: Auszeichnung für Schulbusbegleiter aus dem Markweg bei landesweitem Wettbewerb
 
von Birgit Spies, Gäubote Herrenberg, 26.11.2012
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Sie sorgen im Schulbus für Ordnung, wenn ein Ranzen einen Sitzplatz belegt, obwohl es eng wird. Oder wenn es zu wild zugeht beim Einstieg und während der Fahrt. Dann ziehen sie ihren Ausweis und sprechen mit den Beteiligten. Nun wurden die Busbegleiter des Herrenberger Markweg-Schulzentrums ausgezeichnet-mit dem dritten Preis des Landeswettbewerbs der Aktion „Schüler-FAIR-kehr".

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Herrenberger Schüler bei der PReiseverleihung von "Schüler-FAIR-kehr" in Tübingen    GB-Foto: gb

 

Das Tübinger Sparkassen-Carre füllten am Samstagnachmittag vorwiegend Schüler und deren Lehrer: Aus Altensteig, Mössingen, Brötzingen bei Pforzheim sowie aus der Gäustadt kamen die jungen Schulbusbegleiter, von denen die Herrenberger Markweg-Schüler als Erste auf die Bühne gebeten wurden. Zur Preisvergabe gehörten auch Auftritte der Rope-Skipper aus Ammerbuch. Mitmach-Aktionen der Polizei und der Verkehrswacht im Foyer des Carre's sowie ein gemeinsames Abendessen. Den Höhepunkt dieses Rahmenprogramms bildete der Besuch der Paul-Horn-Arena am Abend: Schüler und Lehrer durften das Spiel TV 1861 Rottenburg gegen VC Gotha der Ersten Bundesliga im Volleyball erleben.

 

Teamfähigkeit ist entscheidend

 

Polizeimeisterin Carina Wentsch begrüßte die jugendlichen Gäste und die Lehrer im Sparkassen-Carre. Teamfähigkeit bescheinigte Landespolizeipräsident Professor Wolf Hamann in seiner Rede der heutigen Jugend. Als ihren Ausgangspunkt wählte er den Auftritt der Rope-Skipper. Nur als Mannschaft könnten sie die „tollen Bilder" ihrer Tanzformationen produzieren. Hamann sah die Fähigkeit, Probleme gemeinsam zu meistern, als entscheidend an für die Gesellschaft. Nicht gefragt hingegen seien Einzelkämpfer - „auch nicht bei der Polizei". Der Polizeipräsident sprach auch über Gewalt und Probleme der Akzeptanz der Polizei.

 

Die Teamarbeit der Schulbusbegleiter verdiene Lob und einen Preis, der ihr Vorbild dokumentiere. Auch regte er dazu an, Nachahmer zu motivieren. Auf die Verkehrssicherheit kam Hamann ebenfalls zu sprechen. Die habe sich zwar deutlich verbessert, dennoch strenge sich die Polizei an, die Anzahl der Verkehrstoten - 482 im vergangenen Jahr, früher viele Tausend - weiter zu reduzieren. „Traut euch, wenn ihr ein Problem seht", riet er den Schülern und lud sie ein: „Kommt zur Polizei."

 

Projekt gibt es seit fünf fahren

 

Seit bereits fünf Jahren gibt es den Preis der Aktion „Schüler-FAIR-kehr". Für Orientierung, „damit es im Gemeinwesen besser klappt", sorgten die Schulbusbegleiter, erklärte Dr. Uwe Kleine, der das Energie-Unternehmen EnBW, das die Aktion unterstützt, vertrat, in seiner Ansprache. Ebenfalls seit fünf Jahren bestehe das Projekt an den Markwegschulen in Herrenberg (der „Gäubote" berichtete). Wichtig dort sei eine enge Zusammenarbeit von Verkehrs- und Kriminalprävention. Der Förderverein der Schule unterstütze das Busbegleiter-Projekt, im Schulcurriculum sei es fest verankert, auch wenn es noch ein wenig an Akzeptanz der Schulbusbegleiter mangle. So sei ein deutlicher Rückgang bei Vandalismusschäden im Bus schon jetzt ein großer Erfolg.

 

Kleine übergab die Urkunden für den dritten Preis des Wettbewerbs an Alexander Riegler, Lehrer und Vorsitzender des Fördervereins an der Jerg-Ratgeb-Realschule, sowie an die Schulleiterin des Andreas-Gymnasiums, Dr. Gudrun Schickler, und einen Scheck über 1000 Euro an eine Schülerin. "Wir haben eine sehr große Motivation, weiterzumachen", erklärte Gudrun Schickler und dankte der Polizei, dem Württembergischen Omnibusverband, den Busunternehmen sowie dem Verkehrsbeauftragten an ihrer Schule, Lutz Rasemann. Er habe die Aktion aus der Taufe gehoben und „sehr viel Mühe" darauf verwendet. Nur Schüler des AGH konnten nach Tübingen kommen. Busbegleiter der ersten Stunde sind Torben Voskuhl und Cornelius Feige. Mit ihnen kamen Janek Mohr, Lena Gruner, hei Scheef, Janina Fritz, Philip Heisser, Anne Cornelius und Sascha Hummel.

 

Den zweiten Preis, dotiert mit 2 000 Euro, händigte der Präsident der Landesverkehrswacht, Heinz Kälberer, an das schulübergreifende Projekt „BAS - Busbegleiter Altensteiger Schulen" aus. Sicherheitswesten trugen die Altensteiger und erinnerten ein wenig an die Schülerlotsen der Nachkriegszeit nach amerikanischem Vorbild, an die wiederum Kälberer erinnerte. Den ersten Preis, verbunden mit 4 000 Euro, vergab der Landespolizeipräsident an das Quenstedt-Gymnasium und die Friedrich-List-Realschule in Mössingen. Ein Kunstprojekt unterstützt dort inzwischen das Projekt zur "Fairen Schul(weg)kultur". Auch zwei Sonderpreise wurden vergeben: nach Konstanz und Brötzingen bei Pforzheim - eine Brennpunktschule, deren Schüler ebenfalls nach Tübingen kamen.

 

(Artikel erschienen am 26.11.2012 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Scooter machen Sorgen
 
Herrenberg: Unangekündigte Fahrradkontrolle der Polizei im Schulzentrum Markweg
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 12.11.2012
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Es mag so manches geben, das unangekündigt zuschlägt. Eine Fahrradkontrolle durch die Polizei zum Beispiel. Oder das Wetter. Und es mag Tage geben, an denen solche Faktoren dazu neigen, sich gegenseitig aufzuheben. Das Hauptgeschäft der Fahrradkontrolleure auf dem Gelände des Schulzentrums Markweg bestand am Dienstagmorgen jedenfalls darin, im Regen zu stehen – nur wenige Schüler wollten an diesem Tag mit dem Rad kommen.

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54 Radler wurden gestern morgen von der Polizei im Markweg kontrolliert    GB-Foto: Holum

 

Immerhin: Im Jahr 2010 durchliefen 57 Räder die Fahrradkontrolle, nun waren es noch 54. Wobei der verkehrsbeauftragte Lehrer Lutz Rasemann sich freut, innerhalb dieses überschaubaren Kontingents eine deutliche Besserungstendenz feststellen zu können. Denn 2010 lag die Quote der Beanstandungen noch bei 61,4 Prozent, 2005 gar - ohne, dass Polizei vor Ort Präsenz zeigte - bei 79 Prozent. Gestern nun wurden lediglich 38,8 Prozent der Zweiräder beanstandet, 2011 waren es 40,2 Prozent. Unterm Strich heißt das: Erfolg!

Ein Erfolg jedoch, der überschattet wird von einer neuen Kümmernis. Die heißt Scooter - so nennt man die bekannten kleinen Tretroller. Rasemann: „Unbeleuchtet, ohne Klingel, dafür aber teils mit hohen Geschwindigkeiten kreuzen die Scooter-Fahrer die Fußgängerströme und den fließenden Verkehr - in dieser Form eine enorme Gefahr für alle Beteiligten." Ein Problem, das seit etwa zwei Jahren stetig wachse. An diesem Dienstag wurden 21 Scooter kontrolliert.

 

Dynamo ist besser als Stecklicht

 

Beleuchtung ist auch bei den Fahrradfahrern jener Punkt, der häufige, in der Regel jedoch lediglich mündliche Verwarnungen mit sich bringt. Christian Harter,
Polizeimeister bei der Verkehrspolizei Böblingens, die mit fünf Beamten ihre drei Kollegen vom Herrenberger Revier unterstützte, muss nahezu jeden Schüler darauf hinweisen: „Solange sie ein Stecklicht haben, drücken wir ein Auge zu", sagt er. Der Vorschrift entsprechend müsste jedoch jeder Schüler am Rad einen Dynamo haben, als selbstladende Energiequelle. Denn einem Stecklicht kann die Batterie ausgehen.

 

Trend zum Schutzhelm nimmt zu

 

Dynamos allerdings sind längst nicht mehr en vogue unter jugendlichen Fahrradfahrern. Meist wird der zeitgenössische Drahtesel auch ab Firma ganz ohne dieses oder vergleichbare Features geliefert. Der Trend zum Schutzhelm dagegen ist zwar noch nicht überwiegend, nimmt aber zu: 40,5 Prozent der kontrollierten Markwegschüler fuhren oben mit. „Damit sind wir viel besser als der Bundesdurchschnitt", freut sich Rasemann. Dieser Durchschnitt liegt bei den Elf- bis 16-Jährigen bei 19 Prozent, bei den Älteren noch niedriger. Allerdings: In Herrenberg lag die Quote vor Jahren schon einmal bei 60,5 Prozent. Ein Rückschritt - also doch.

 

Bußgeld für über 14-Jährige

 

Die Fahrräder von insgesamt neun Gymnasiasten wurden von den Kontrolleuren in diesem Jahr ernsthaft beanstandet. Sechs von ihnen sind älter als 14 Jahre. Ihnen wird deshalb ein Bußgeldbescheid zugestellt. Unter den Schülern der Jerg-Ratgeb-Realschule (JRS) fanden sich sechs schwarze Schafe. Vier von ihnen wird es besonders hart treffen. Die sechs Schüler der Vogt-Heß-Schule waren sämtlich unter 14 Jahren. Darunter fanden sich allerdings die allerschlimmsten Fahrradsünder: „Vier von ihnen wiesen alle Mängel auf." Die überprüften Schüler des AGH und der JRS hockten in diesem Jahr zumindest nicht auf Fahrrädern mit defekten Bremsen. Große Mängel im Beleuchtungsbereich jedoch bleiben auch an diesen Schulen zu beanstanden. Seitenreflektoren hält fast jeder junge Radfahrer für überflüssig.

 

(Artikel erschienen am 12.11.2012 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Erste Erfolge sind sichtbar
 
Herrenberg: Schulbusbegleiter werden qualifiziert
 
von Rüdiger Schwarz, Gäubote Herrenberg, 17.11.2012
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Fehlverhalten beim Ein- und Aussteigen, Streitigkeiten, Übergriffe, Sachbeschädigungen – auch in Schulbussen und S-Bahnen ist die Welt nicht immer in Ordnung. Dem schaffen seit sechs Jahren Schüler aus dem Markwegzentrum als Schulbusbegleiter Abhilfe. Für 20 Siebtklässler gab es jetzt im Feuerwehrgerätehaus wieder das Rüstzeug für die Lösung von Konflikten mit ins Schulgepäck.

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Schlichten und helfen: Das wollen die Schulbusbegleiter    GB-Foto: gb

 

Eine Kultur des Hinschauens fordert den ausgebildeten jungen Schulbusbegleitern auch Strategien bei drei W-Fragen ab: Wo, wann und wie einschreiten? So standen neben Regeln für und Rollenspielen zur Konfliktlösung unter anderem auch strafrechtliche Informationen zur Gewalt gegen Menschen und gegen Sachen auf dem Ausbildungsprogramm.

 

Gut aufgestellt

 

Das Markwegschulzentrum ist mittlerweile in puncto Schulbusbegleitern breit aufgestellt - der diesjährige Jahrgang lässt die Zahl auf weit über hundert steigen. Es bestreitet mit vier Schülern aus Nufringen neue Wege. Diese werden nicht wie die anderen in den Buslinien Richtung Jettingen und Deckenpfronn eingesetzt, sondern in der S-Bahn. Von den bereits erfahrenen Anne Cornelius und Torben Voskuhl gab es neben Einblicke in den „Alltag" eines Schulbusbegleiters auch Tipps - „Besser zu zweit sein, als alleine", „Den Busfahrer mit einbeziehen", „Nicht bei Schlägereien mitmachen" und „Selber Vorbild sein". Den Ball ließ sich der Verkehrsbeauftragte des Andreae-Gymnasiums, Lutz Rasemann, gerne zuwerfen. Er unterstrich noch einmal die Vorbildfunktion und wies auf die einmal wöchentlich stattfindenden Treffen aller Schulbusbegleiter in den jeweiligen Schulen hin. Die beiden Elternvertreterinnen Sabine Riehm und Veronika Gerlach packten nicht nur kleine Tüten mit Knusperkeks und Gummibärchen fürs „Ruhebewahren" mit ins Reisegepäck. Gerlach machte klar, dass Zivilcourage und Hinsehen lernen fürs ganze Leben taugen.

 

Der Böblinger Polizei-Präventionsbeamte Detlef Langer sieht erste Erfolge des Projekts: „Die Schäden durch Vandalismus sind zurückgegangen und insgesamt haben sich die Probleme in Herrenberg gemindert." Steter Tropfen höhle dann doch den Stein und werfe mehr Kapazitäten für die Polizei ab.

 

(Artikel erschienen am 17.11.2012 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

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Schulbusbegleiter-Teams der Jerg-Ratgeb-Realschule und des Andreae-Gymnasiums

 

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Schulbusbegleiter-Team der Jerg-Ratgeb-Realschule

 

Schulübergreifendes Konzept überzeugt

Herrenberg/Pforzheim: Sonderpreis für die Verkehrssicherheitstage der Markweg-Schulen

von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg 06.10.2012

betreuender Lehrer: Hermann Rösch

 

Seit 1994 werden im Rahmen der Aktion "Gib Acht im Verkehr" mehrere Preise für herausragende Veranstaltungen und Aktionen in der Verkehrsprävention vergeben. Den diesjährigen Sonderpreis "Mobilität 21 - Verkehrssicherheitstag an Schulen" gewannen die Markweg-Schulen aus Herrenberg.

 

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Die Herrenberger Deleation wird ausgezeichnet (von links): Rudi Denzer, Klaus Zimmermann, Michael Mühleisen, Reinhold Gall, Veronika Gerlach, Hermann Rösch, Gabrile Getzeny, Lutz Rasemann und Dr. Gudrun Schickler    GB-Foto: mb

 

Wer am Donnerstagabend den großen Saal des Pforzheimer Kongress-Zentrums betrat, konnte leicht das Gefühl bekommen, gerade die sicherste Veranstaltung des Landes zu erleben. Blaue Polizei-Uniformen, wohin man blickte: Vor dem Saal, im Publikum, das Orchester auf der Bühne, sogar die Platzeinweisung übernahmen zwei Damen im schicken dunklen Polizeiblau. Die Mehrheit der 350 Gäste, die zur Feier des 20. Jubiläums der Aktion "Gib Acht im Verkehr" eingeladen waren, folgten berufsbedingt diesem Dresscode.

Die Sicherheit stand dann auch im Mittelpunkt der Veranstaltung, genau genommen die Verkehrssicherheit. Vor 20 Jahren wurden der Landestag der Verkehrssicherheit und die Aktion „Gib Acht im Verkehr" ins Leben gerufen. Getragen von mehreren Partnern wie dem Fahrlehrerverband, der Unfallkasse Baden-Württemberg, dem Kultusministerium oder eben der Landespolizei, war das Ziel der Aktion, „vor allem die jungen Verkehrsteilnehmer für die Risiken des Straßenverkehrs zu sensibilisieren", wie der Schirmherr der Aktion, Innenminister Reinhold Gall (SPD), sagte.

Den Sonderpreis „Mobilität 21 - Verkehrssicherheitstag an Schulen" gewannen für das Jahr 2011 die Markweg-Schulen aus Herrenberg. Sie wurden für ihren schulübergreifenden Verkehrssicherheitstag ausgezeichnet, den sie jährlich zusammen mit zahlreichen Partnern veranstalten. Dabei kommen jedes Jahr im frühen Sommer alle achten Klassen des Andreae-Gymnasiums, der Vogt-Heß-Werkrealschule und der Jerg-Ratgeb-Realschule zusammen und durchlaufen auf dem Schulgelände mehrere Lehrstationen zum Thema Verkehrssicherheit. Den etwa 350 Schülern werden mal spielerisch mal informativ die Risiken im Straßenverkehr vor Augen geführt. Der Verkehrsbeaufagte des Andreae-Gymnasiums, Lutz Rasemann, erklärt den Stellenwert der Aktionstage: „Den Markweg-Schulen liegt die Verkehrs- und Mobilitätserziehung der Kinder sehr am Herzen, der Verkehrssicherheitstag ist dabei ein wesentlicher Bestandteil.” Aber bei weitem nicht der einzige. „Wenn es morgens vor der ersten Stunde wieder dunkel ist, führen wir auch unsere jährlichen Fahrradkontrollen durch. Außerdem startet im November wieder unsere Busbegleiterausbildung, und im Frühjahr werden wir zusammen mit einem Radsportgeschäft eine Sicherheitsüberprüfung der Räder anbieten", so Lutz Rasemann.

Nach jedem Sicherheitstag werden die Schüler zu der Aktion befragt. Der schulübergreifende Verkehrsausschuss, der zusätzlich Eltern-, Schüler und Fördervereinsvertreter einschließt, plant auf Basis der Befragung den nächsten Aktionstag. „Das Grundgerüst steht, aber wir wollen auch jedes Jahr ein paar Dinge verändern und neue Stationen einbinden", erklärt Hermann Rösch, Verkehrsbeauftragter der Jerg-Ratgeb-Schule. Dabei ist die Kooperation zwischen verschiedenen Schularten durchaus fruchtbar, wie Michael Mühleisen, Verkehrsbeauftragter der Vogt-Heß-Werkrealschule, ergänzt: „Die Zusammenarbeit ist eine tolle Sache, dabei kann man auch mal über den Tellerrand hinausblicken."

Ein herausragender Punkt der Verkehrssicherheitstage ging bei der Preisverleihung jedoch unter: die schulübergreifende Arbeit und die Einbindung der zahlreichen Partner. Um diese Kooperation zu verdeutlichen, entsandten die Herrenberger mit insgesamt acht Vertretern die größte Delegation des Abends. „Schließlich müssen wir auch zeigen, dass wir schulübergreifend arbeiten und alle einbinden", sagte die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats, Veronika Gerlach. Neben den drei Verkehrsbeauftragten der Markweg-Schulen kamen Dr. Gudrun Schickler, Schulleiterin des Andreae-Gymnasiums, und Veronika Gerlach als Vertreter der Schulen zur Preisverleihung. Stellvertretend für die am Projekt beteiligten Partner kamen Gabriele Getzeny, Finanzbürgermeisterin in Herrenberg, der Leiter der Böblinger Polizeidirektion, Rudi Denzer, und Klaus Zimmermann als Vertreter des Verbands baden-württembergischer Omnibusunternehmer nach Pforzheim.

Als die Herrenberger Delegation, angeführt von Dr. Gudrun Schickler, schließlich auf die Bühne gerufen wurde, gab es dort schon beinahe ein Verkehrschaos. Dicht gedrängt standen zu diesem Zeitpunkt mehrere Preisträger etwas verloren auf der Bühne, ehe sie vom sichtlich überforderten Innenminister nach und nach zum gemeinsamen Foto begleitet wurden.

Obwohl der von der Landesverkehrswacht gestiftete Preis nur mit 200 Euro dotiert ist, zeigte sich Hermann Rösch zufrieden: "Alleine, dass die Verkehrswacht uns auszeichnet, ist schon eine Bestätigung für unsere Arbeit. Außerdem stehen die Eltern und unsere Partner voll hinter der Aktion. Sie haben gesehen, dass man gemeinsam etwas verbessern kann."

(Artikel erschienen am 06.10.2012 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

Nur geringe Mängel
 
Herrenberg: In Theorie und Praxis lernen Schüler
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 21.09.2012
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Sicherheit hat zwei Komponenten: den Menschen und die Technik. Und Sicherheit ist besonders wichtig, wenn es um die Beförderung von Schülern geht. Der Verband der baden-württembergischen Omnibusunternehmer ist daran ebenso interessiert wie das Herrenberger Schulzentrum Markweg. Ihre Bemühungen um Sicherheit zeigen sich im Busprojekt der Klassen 5 und im „Schulbus-Check 2012".

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WBO-Referent Martin BUrkart erklärt den Kindern, wie man sich im fahrenden Bus absichert    GB-Foto: Bäuerle

 

Dass die Schulen des Markwegzentrums zusammenarbeiten hinsichtlich Verkehrssicherheit im Allgemeinen, das ist nicht neu. Der Verband baden-württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) derweil zieht gleich mit seinem Schulbus-Check: Der Schulbus soll seinem Ruf, den sichersten Weg darzustellen, auf dem Schüler zur Schule gelangen können, weiterhin gerecht werden - und der „immer wieder gehörten Kolportage vom alten maroden Schulbus" soll, betont Klaus Zimmermann, Böblinger Pressesprecher des WBO, gründlich widersprochen werden.
Noch vor Schulbeginn also unterzog der WBO mit all seinen Mitgliedsunternehmen in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Prüfungsinstitutionen rund 570 Schulbusse im ganzen Land, die regulär bereits strengen Sicherheitsvorschriften unterliegen, freiwillig einer zusätzlichen Prüfung. Ziel des Checks war natürlich auch die Stärkung privater Busunternehmen mit ihrer lokalen Verwurzelung. Mängel seien - wie erwartet - lediglich im geringfügigen Bereich entdeckt und sogleich behoben worden: Mitunter fehlte ein Sicherheitshammer, möglicherweise von einem abenteuerlustigen Schüler als Trophäe davongetragen, im Ernstfall jedoch ein wichtiges Element.

Um Sicherheitshämmer, Feuerlöscher und Ernstfälle geht es auch beim Schulbusprojekt der fünften Klassen, am Donnerstagvormittag für Klassen der Jerg-Ratgeb-Schule. Eine Doppelstunde Bustraining mit dem WBO-Referenten Martin Burkart wird den beiden fünften Klassen zuteil - denn natürlich: Selbst der beste Bus ist nicht sicher, wenn Schüler allzu leichtsinnig sind. Eine Stunde Theorie, eine Stunde Praxis. Beispielsweise, wie man aussteigt und wie man einsteigt: „Geordnet geht es schneller."

Oder wie man sich an der Haltestelle verhält: „Der Bus ist schon gefahren und ich bin ganz schnell noch eingestiegen", erzählt ein Schüler, der einst etwas vergessen hatte, im Bus. Natürlich hätte hier ein Unfall geschehen können. Deshalb wissen die Schüler jetzt, wie man so einen Verlust melden kann, mit Liniennummer und Uhrzeit. Und sie haben die Schließmechanik der Türen erlebt und den Notfall besprochen - kein Grund dies, künftig unvorsichtig zu sein. Im Gegenteil
.

(Artikel erschienen am 21.09.2012 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

Eindrückliche Unterweisung mit dem Holzkopf
 
 
Herrenberg: Verkehrssicherheitstag an den Schulen im Markweg
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 24.05.2012
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Einfach mal auf den Holzkopf hauen – da sieht man, wieviel Kraft schon hier ins Spiel kommt – Dazu noch die Anzeige, was mit dem Holzkopf denn nun los wäre: Schädelbasisbruch oder Gehirnverletzung. Vorausgesetzt, dieser Kopf wäre aus Knochen und Gewebe. Vielleicht sollte man doch lieber einen Helm aufsetzen, denkt manch ein Schüler da – und der Verkehrssicherheitstag im Schulzentrum Markweg hat eines seiner ziele schon erreicht.

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Veranschaulichung des Bremswegs: Beim Verkehrssicherheitstag waren 13 Klassen der Stufe acht dabei    GB-Foto: Holom

 

Angela Schulz, Leiterin des Andrea-Gymnasiums, kann sich an eine andere Demonstration zur Verkehrssicherheit erinnern, die sie während ihrer Tätigkeit an einer Leonberger Schule erlebte: Ein Busfahrer fuhr über eine Melone. „Wir saßen im Bus und haben nichts davon gespürt", erzählt sie. Solche Demonstrationen sind es, die sich ins Gedächtnis eingraben. Zwar verkündet der Mann mit dem Hammer, als die Schüler das Zimmer in der Markwegmensa betreten: „Wir sind hier nicht beim Volksfest, das ist kein 'Hau den Lukas'" - aber das ist es natürlich doch. Denn es macht ja Spaß. Und wenn es Spaß macht, lernt man besser.

Eine neue Gruppe wartet bereits vor dem Zimmer. Zu ihr gehören zwei Jungs, die Lukas heißen - und die sich nicht fürchten. Im Gegenteil, sie können es nicht erwarten. Drinnen holen die Schüler aus, lassen den Hammer herabsausen, und schielen auf das Display. Wehe dem, der weniger schafft als ein Mädchen! Peinliche Situation vor der ganzen Klasse. Gleich noch einmal ausholen, und dabei den Stiel des Hammers weiter hinten anfassen: „Der Hebeleffekt!" Schon wieder etwas gelernt. Allerdings in Physik.

Die Gaudi ist gerechtfertigt, solange der Lerneffekt stimmt. Dass es im Straßenverkehr tatsächlich um das Leben gehen kann, das ist die Botschaft. Immerhin zwei Drittel aller Schüler sind mit dem Fahrrad unterwegs, erklärt Polizeihauptmeisterin Sandra Köhler, die draußen in der Kalkofenstraße demonstriert, was ein Anhalteweg ist. Dass selbst ein Fußgänger eine kurze Wegstrecke benötigt, um zum Stillstand zu kommen, das hätte kaum einer gedacht. In der Kalkofensträße stehen Motorrad und Polizeiwagen bereit, um vorzuführen, wie es aussieht, wenn es sich nicht um einen Fußgänger handelt.

Zahlen belegen, wie wichtig das Thema ist: 9 572 Radfahrunfälle trugen sich landesweit im vergangenen Jahr zu - fast 19 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 1960 Menschen wurden dabei schwer verletzt, 44 Radfahrer starben. Vier von ihnen hatten die Volljährigkeit noch nicht erreicht, 33 trugen keinen Helm. Vielleicht wären sie noch am Leben, wären sie zuvor einmal dem Holzkopf begegnet.

Seit 2005 veranstalten die Markwegschulen ihren Verkehrssicherheitstag. Zum achten Mal findet er nun also statt auf dem Gelände der drei Schulen: Aktionen rund um den Straßenverkehr, die Sicherheit, das Fahrrad. 13 Klassen der Stufe acht durchlaufen sechs Stationen. Mit dabei sind, als Kooperationspartner der Schulen, der Verband baden-württembergischer Omnibusunternehmer, die Polizeidirektion Böblingen, die Fahrschulen Frank und Halanke, der Radhof Schill, die Busunternehmen Däuble und Rübenacker, die Firma KED Helmsysteme und die Stadtverwaltung Herrenberg, die das Gelände vor den Schulen abgesperrt hat.

Nur wenig Räder ohne Beanstandung

Die Neugestaltung dieses Geländes machte es notwendig, einige der Stationen auszulagern. Was ein „toter Winkel" bei einem Lastwagen ist, das können die Schüler nun jenseits des Bahndammes in der Friedrich-Fröbel-Straße lernen. Das Bustraining, bei denn es um geordnetes Einsteigen geht, findet auf dem Zufahrtsweg zum Schulzentrum statt. Erste-Hilfe-Station und Helmbelehrung sind in der Mensa untergebracht. Und der Schulhof der Jerg-Retgeb-Schule beherhergt neben dem Fahrradcheck durch Andreas Schill („drei bis vier von etwa 100 Rädern waren ganz ohne Beanstandungen") die größte Sensation des Tages.

Mit „Rauschbrille" durch Parcours

Das macht noch mehr Spaß und ist nicht weniger lehrreich, als ein Schlag auf den Holzkopf: Einmal mit einer „Rauschbrille" durch den Slalomparcours gehen. Wohlgemerkt: nicht fahren. Die breiten Plastikbrillen sorgen für eine so effektive Verzerrung der Sicht, dass der Brillenträger seine Füße überall sieht, nur nicht auf der Erde. Wabernde und unablässig kippende Unterwasserwelten hüllen die Testperson ein, und der Gleichgewichtssinn verabschiedet sich bei jedem Schritt. Schüler torkeln durch den Sonnenschein. Keiner, der kein Slalomhütchen umstieße. „Man sieht alles doppelt!", stöhnt Silas Nüßle, 14, aus Oberjesingen. Er ist nicht berauscht. Er wird es sich merken. Lernziel erreicht.

(Artikel erschienen am 24.05.2012 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

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