Verkehrserziehung

Verkehrserziehung

Die Verkehrserziehung der JRS, die in Zusammenarbeit mit den beiden weiteren Markweg-Schulen durchgeführt wird, bietet ihren Schülerinnen und Schülern abgestimmt für die verschiedenen Jahrgangsstufen ein umfassendes Angebot.

 

2011-11 Schulbusbegleiter 05 web 2011-11 Inliner 03 web Slalom 

2010-06 Verkehrssicherheitstag 06 web 2010-11 Schulbusbegleiter 02 web

Kaum jemand weiß, wo der tote Winkel ist
 
Herrenberg: Verkehrssicherheitstag im Markweg-Schulzentrum sensibilisiert die Achtklässler
 
von Sabine Haarer, Gäubote Herrenberg, 16.05.2015
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Augen auf im Straßenverkehr! Diese Maxime gilt auch und gerade für Jugendliche auf dem täglichen Weg in die Schule. Weil man um die Gefahren weiß, wird im Schulzentrum Schießtäle alle Jahre wieder ein Verkehrssicherheitstag auf die Beine gestellt. Längst ist ein tragfähiges Netzwerk entstanden, das die Achtklässler aller drei weiterfhrenden Schulen sensivilisiert und schult.

2015-05 Verkehrssicherheitstag 01 web

 Dieser Schüler zeigt, wie lang der Bremsweg beim Fahrrad ist.                                  GB-Foto: Holom

 

Diese Wette hätte Vanessa Scholz mit Sicherheit gewonnen. Immer wieder. "Ich bin mir sicher, dass ihr nicht alles seht", so ihre Ansage an die Achtklässler, die die Klappen über den schmalen Sehschlitzen öffnen und ins Innere des vollständig abgedunkelten Pavillons spickeln. "Dunkeltunnel" steht in großen Buchstaben über dem kleinen Zelt. "Rechts stehen ein Mann und ein Fahrrad", so die souveräne Antwort der Schüler. Dass Puppe und Rad aber auch in der linken Ecke stehen, haben die wenigsten gesehen. Keine Reflektoren an den Speichen, keine fluoreszierende Streifen auf der dunklen Jacke - die Konturen verschwimmen im Dunkeln fast bis zur Unkenntlichkeit. Die Botschaft, die Vanessa Scholz vermitteln will, ist klar: Wer nicht entsprechend ausgestattet ist, wird im Straßenverkehr leicht übersehen. "Es ist wichtig, dass man die Kinder für den Radverkehr fit macht" sagt die Standbetreuerin, die aus mehreren Gründen an diesem Morgen vor Ort ist: Als Mutter dreier Kinder, als stellvertretende Vorsitzende des Gesamtelternbeirats und als Mitarbeiterin eines Gültsteiner Radladens ist ihr der Tag wichtig. Der „Dunkeltunnel" ist eine von sechs Stationen beim Verkehrssicherheitstag im Schulzentrum Markweg.

Wie schon in den vorangegangenen elf Jahren dreht sich für die Achtklässler aller drei Schulen an diesem Tag alles um die Themen Verkehr und Sicherheit. Die Verkehrsbeauftragten Hermann Rösch (Jerg-Ratgeb-Realschule), Lutz Rasemann (Andreae-Gymnasium) und Brigitte Ohmenzetter (Vogt-Heb-Werkrealschule) sind in bewährter Manier für die Organisation zuständig. Mit Schülermentoren, Fördervereinen und Elternbeirat, mit Polizei, Fahrschule und jeweils zwei Busunternehmen und zwei Radläden hat man verlässliche Partner mit im Boot. Seit Jahren schon ist im Schießtäle ein engmaschiges Netz gespannt. Das sorgt dafür, dass die Schüler auch in diesem Jahr auf vielfältige Weise gefordert sind. Verschiedene Parcours schulen die Koordination der Achtklässler auf zwei Rädern, nebenbei werden theoretische Inhalte vermittelt. Doch nicht nur wer mit dem Fahrrad zur Schule kommt, lernt etwas dazu. Sondern alle, die am Straßenverkehr teilnehmen.

In der Adlerstraße hat Fahrlehrer Jens Reichert seinen Lastwagen abgestellt. 14 Tonnen schwer ist er, so wie er dasteht und trotz zahlreicher Spiegel und Rückfahrkamera können die Schüler auf Fahrer- und Beifahrersitz nicht alle Bälle sehen, die sie vorher um das Fahrzeug herum verteilt haben. "Dass es den toten Winkel gibt, wissen alle", so die Erfahrung von Jens Reichert. "Doch kaum jemand weiß, wo er wirklich ist." Denn wer nicht direkt auf Tuchfühlung mit dem Lkw geht, bleibt im Anfahrspiegel unsichtbar. Schwierig wird es eher, wenn es einen Abstand von ein, zwei Metern gibt. Jens Reichert kann ein ganz praktisches Beispiel nennen: Wer auf dem Schießtäle-Radweg unterwegs ist und vorne den Zebrastreifen queren will, wird dort leicht übersehen. Der schmale Grünstreifen neben der Fahrbahn schafft einen gefährlichen Abstand.

Schaumstoffteil wird gerammt

Gefährlich kann es auch für die werden, die den Bremsweg unterschätzen. Wie sehr, das zeigen Günter Menyhert und Sandra Köhler. Die beiden Polizisten, bei der Verkehrsprävention der Polizeidirektion Böblingen im Dienst, lassen abwechselnd die Reifen an ihrem Kleinbus quietschen. Kontrolliert wird ein Schaumstoffteil gerammt, die klare Ansage: Es könnte auch ein Mensch sein, der hier unter die Räder gerät. Dass das Einhalten von Abstand und Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht nur für Autofahrer ein Muss ist, demonstrieren die beiden Polizeibeamten anschaulich. Oder vielmehr Sie lassen demonstrieren. Denn mit Hannah, Dennis, Yannick, Jan-Luca und Micha stehen ihnen fünf "Stuntmen" zur Verfugung. Auf Longboard, Kickroller, Fahrrad, Roller und lnliner düsen sie die abschüssige KalkofenstraBe hinunter und zeigen, wie viel Wegstrecke es braucht, bis man trotz Vollbremsung zum Stillstand kommt. Auf eindrückliche Praxistests setzen auch Ulrich Bachmann und Herbert Däuble. Beide haben ihre Busse mitgebracht, beide lassen die Schüler das tun, was diese an der Bushaltestelle nur allzu gerne machen: drängeln, drücken und schubsen. Zwar ist das Stöhnen danach unüberhörbar, doch die Achtklässler zeigen sich von ihrer harten Seite: "Cool" und "geil" sei es, auf diese Weise zu einem Sitzplatz zu kommen. Dass die Stoppuhr beim zweiten, kontrollierten Einsteigen ganz zwölf Sekunden weniger anzeigt, sorgt für überraschte Gesichter. Während sich mancher noch den schmerzenden Ellenbogen oder Bauch hält, wechseln die Busfahrer zu anderen Themen über das Verhalten im Brandfall, der sichere Stand während der Fahrt, das Abstandhalten zur Fahrbahnkante an der Bushaltestelle ähnlich wie am Bahnsteig, all das wird angesprochen beim Verkehrssicherheitstag und in der Praxis auch gleich geübt.

(Artikel erschienen am 16.05.2015 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

Das Konzept hat sich bewährt
 
Herrenberg – Zum achten Mal hat das Schulzentrum Markweg in dieser Woche neue Schulbusbegleiter ausgebildet. 21 neue Schulbusbegleiter sind nun mit dabei, wenn die Busse dort aufbrechen.
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 14.11.2014
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch
2014-11 Schulbusbegleiter neu JRS Jahrgang 14 15 web
neu ausgebildete Schulbusbegleiter im Schuljahr 2014/2015
2014-11 Schulbusbegleiter alle JRS Jahrgang 14 15 web
 
alle Schulbusbegleiter im Schuljahr 2015/2015
 
Der Schulstress kann schon im Bus beginnen. Doch mit dem richtigen Verhalten können alle Beteiligten eine entspannte Fahrt haben. Beim Schulbustraining am Herrenberger Markweg-Schulzentrum lernen Fünftklässler, was man im Bus machen sollte und was besser nicht.

 

Ein Schulbusbegleiter hat die Aufgabe, für Ordnung im Schulbus zu sorgen - denn Streit im Bus, das gibt es oft genug. Wo Hunderte von Schülern aus verschiedenen Schulen und Orten zusammen sind, da kann er kaum ausbleiben. Auch Zerstörungswut spielt immer wieder eine Rolle. Der Schulbusbegleiter geht dazwischen, lenkt ein. Das hat er zuvor geübt: „Es geht dabei um eine klare Ansprache", erklärt Hermann Rösch, Verkehrsbeauftragter an der Jerg-Ratgeb-Realschule im Markweg, die Methode. „Bitte hör damit auf!", so schaltet sich der Begleiter ein - „Keine Fragen, deutliche Aussage", erklärt der Lehrer. „Vielleicht kann er dabei auch die Hand auf die Schulter legen. Das kommt auf die Situation an". Der nächste Schritt, falls die Zanker, die Wüteriche sich als unzugänglich erweisen: Meldung beim Busfahrer, gegebenenfalls beim Verkehrsbeauftragten der Schule.

Dieses Konzept funktioniert vorzüglich, seit sieben Jahren schon. In jedem neuen Jahr schulten die Verkehrsbeauftragten der Markwegschulen, unterstützt von Präventionsbeauftragen des Polizeipräsidiums, 20 Schüler zu Busbegleitern. Hier geht es nicht darum, ein Amt zu besetzen, sondern darum, soziale Kompetenz zu erwerben. Einmal geschulte Schulbusbegleiter bleiben Schulbusbegleiter, erklärt Rösch, bis zum Ende ihrer Schullaufbahn - die Zahl der kompetenten Schüler wächst. Und die Nachfrage ist bemerkenswert groß: In diesem Herbst bekamen sogar 21 Schüler das Rüstzeug zur Deeskalation vermittelt - alleine an der Jerg-Ratgeb-Schule hatten sich 25 darum beworben, an der Ausbildung teilzunehmen. Ausgebildet wurden sie im Herrenberger Feuerwehrhaus. Die Wehr stellt den Schulen regelmäßig einen ihrer Räume zur Verfügung. Dahinter, erklärt Lutz Rasemann, der Verkehrsbeauftragte des AndreaeGymnasiums, steht auch die Idee, die Ausbildung ein wenig vom Schulbetrieb abzukoppeln. Ein Raum im Feuerwehrhaus war also an diesem Mittwoch wieder der Ort, an dem die künftigen Schulbusbegleiter ihre Aufgabe erst einmal ganz trocken einübten - dann ging es hinein, in den Bus eines Nagolder Busunternehmens, der in und um Herrenberg seine Runden drehen sollte - denn das ist näher am Leben. Die 21 Schüler teilten sich in zwei Gruppen, die eine übte die Konflikte im vorderen, die anderen im hinteren Teil des Busses.

(Artikel erschienen am 14.11.2014 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

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Ergebnisse von Rad-Check und 15. Schulübergreifender Radkontrolle
im Schulzentrum Markweg

betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Auf Beschluss des „Schulübergreifenden Verkehrsausschusses der Markwegschulen“ wurde die Radkontrolle erstmals vor den Herbstferien durchgeführt um auch die Radfahrer/innen kontrollieren zu können, die nach den Ferien auf den Schulbus umsteigen.

Zudem war angeregt worden zuvor wieder einen kostenlosen Rad-Check durch Radhof Schill anzubieten und in diesem Zusammenhang auf die bevorstehende Radkontrolle mit Polizei hinzuweisen.

Verletzungsbedingt musste unser langjähriger Partner, Radhof Schill, den Termin absagen. Kurzfristig konnte jedoch Radsport Holczer für den Rad-Check-Termin gewonnen und über die verschiedensten Informationskanäle angekündigt werden.

Bei wechselhaft, feuchtem Wetter positionierte sich Radsport Holczer mitten im Campus mit einem Pavillon. Das 4-köpfige Team konnte so am Donnerstag, 16. Oktober in der Zeit von 12:15 Uhr bis 13:45 Uhr den Check-Rekord mit 26 Rädern aufstellen.

Fehlende Reflektoren und Klingeln, abgefahrenen Reifen, schlecht eingestellte Bremsen, zu geringer Luftdruck oder auch zu niedrige Sattelhöhen gab es ebenso zu bilanzieren und zu beheben wie eine Vielzahl loser Schrauben zu fixieren.
Extrem und lebensgefährlich war dabei ein Lenkervorbau, der nicht etwa wegen einer eingebauten Federung beweglich war, sondern bei dem sich mehrere Schrauben gelöst hatten.

 

Am Mittwoch, 22. Oktober 2014, fand dann in der Zeit von 7:15 Uhr bis 7:40 Uhr die 15. „unangekündigte“, schulübergreifende Radkontrolle im Markweg statt. Zum achten Mal ist dies für Jugendliche ab 14 Jahren bei Mängeln am Fahrrad mit einer Anzeige beim Landratsamt und einem Bußgeldbescheid verbunden.

Da in der Vorwoche 171 und zum Wochenanfang 150 Räder in den schulischen Abstellanlagen gezählt werden konnten, musste schulübergreifend ein großes Kontrollteam aufgestellt werden. Dieses bestand dann, trotz stürmischer Nacht und Temperatursturz, aus 6 Polizeibeamten, 8 Lehrkräften und 5 Elternvertreterinnen sowie Herrn Härther vom Städtischen Vollzugsdienst.

Die Kreiszeitung konnte leider ihre Zusage zur Teilnahme und Berichterstattung aufgrund der Sturmschäden in der Nacht nicht halten.

Bei nur noch 8°C und nasskaltem Wind konnten daher nur noch 67 Räder gezählt werden.

Beanstandet wurden:

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Die Zahl der Beanstandungen belief sich - nach dem kostenlosen Rad-Check und der begleitenden Infokampagne - mit 16 von 67 Rädern auf den Rekordwert von „nur noch“ 23,8%
(2013: 53,1%, 2012: 38,8%, 2011: 40,2 %; 2010: 61,4%).
2005 gab es bei der schulübergreifenden Kontrolle, ohne Polizei, noch 79% Beanstandungen!

Positiv stimmen lässt zudem die Helmtragequote, die von den Elternvertreterinnen festgehalten wurde. 57,9% (Vorjahr 59,4%) der RadlerInnen waren mit Fahrradhelm unterwegs und damit

  • glänzt der Markweg einerseits wieder mit einem Ergebnis weit über dem Bundesdurchschnitt von 19% in dieser Altersgruppe,
  • sind aber leider immer noch 28 von 67 SchülerInnen ohne Helm unterwegs und das, obwohl nach wissenschaftlichen Erkenntnissen Schädel-Hirn-Traumen häufige Folge von bei Radunfällen erlittenen Kopfverletzungen und häufigste Todesursache solcher Verletzten sind. Radhelme können eine große Anzahl schwerer Kopfverletzungen verhindern oder mildern (s. www.schuetze-dein-bestes.de).

Die Aufklärungsbemühungen haben bei den Radfahrerinnen im Markweg also wieder deutlich Wirkung gezeigt und der bereits im Vorjahr auffällige JRS-Schüler und dessen Eltern werden durch die nun erfolgte Anzeige hoffentlich auch zur verkehrssicheren Ausrüstung angehalten. Das verkehrssichere Fahrrad, sieht laut ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) so aus:

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Seit ca. 4 Jahren sind die City-Roller/Scooter und seit diesem Schuljahr zusätzlich die kleinen Skateboards vom Board-Hersteller Penny, daher PennyBoards oder PennyCruiser genannt, bei Verkehrsbeobachtungen ins Blickfeld geraten.

Diese gelten laut Straßenverkehrszulassungsordnung als Sportgeräte. Unbeleuchtet, ohne Klingel dafür aber z.T. mit hohen Geschwindigkeiten kreuzen die Scooter- und Board-Fahrer/innen die Fußgängerströme und den fließenden Verkehr - in dieser Form eine enorme Gefahr für alle Beteiligten.
Die beobachtenden Elternvertreterinnen hielten zudem im Detail fest:

  • 18 Cityroller/Scooter:
    > 13 ohne Beleuchtung und nur 2 mit Beleuchtung; 3 SchülerInnen trugen „vorsichtshalber“ ihren Roller in der Hand,
  • 6 BoarderInnen:
    > Keine/r mit Helm aber immerhin bereits 1 Board mit blinkenden Leuchtrollen.

Dementsprechend muss hier von allen Seiten Aufklärungs- und Präventionsarbeit betrieben werden!
Neben dem vorausschauenden, verkehrssicheren Verhalten und der Schutzausrüstung ist insbesondere die Sichtbarkeit in der dunklen Jahreszeit lebenserhaltend, denn:

Reflex-Material ist im Abblendlicht eines Autos aus 140 Metern Distanz sichtbar und ermöglicht, rechtzeitig zu reagieren und einen Unfall zu verhindern. (Sichtdistanzen: dunkel gekleidet = 25 Meter, hell gekleidet = 40 Meter.)

(Für das Rad-Kontrollteam im Markweg Lutz Rasemann, Verkehrsbeauftragter, AGH)
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Grüße sorgen für freundlichere Atmosphäre
 
Herrenberg: Schüler des Markweg-Schulzentrums lernen, wie man sich im Bus richtig verhält
 
von Christopher van der Meyden, Gäubote Herrenberg, 26.09.2014
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Der Schulstress kann schon im Bus beginnen. Doch mit dem richtigen Verhalten können alle Beteiligten eine entspannte Fahrt haben. Beim Schulbustraining am Herrenberger Markweg-Schulzentrum lernen Fünftklässler, was man im Bus machen sollte und was besser nicht.

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 Schulbustrainer Uli Bachmann zeigt, wie man sich während der Fahrt halten soll GB-Foto: Bäuerle

Zu spät aufgestanden, schnell gefrühstückt und in der letzten Sekunde in den Schulbus gesprungen: So sieht die Morgenroutine vieler Schüler aus. Doch das ist nicht ganz ungefährlich, wie sie am Mittwochvormittag beim Schulbustraining im Andreae-Gymnasium lernen mussten. Schulbustrainer Lothar Hihn zeigt in verschiedenen Rollenspielen richtiges und falsches Verhalten im Bus. Immer die Monatskarte oder das Geld bereithalten, nicht am Bussteig schubsen, und den Fahrer sollte man auch grüßen. „Auch eine gute Beziehung zum Fahrer ist wichtig, damit die Atmosphäre im Bus entspannt bleibt und alle gut ankommen", erklärt der Trainer den Schülern. Ulrich Bachmann fuhr selbst jahrelang Bus, jetzt bildet er in seinem Betrieb andere Fahrer aus. „Ich sage auch zu meinen Fahrern in den Seminaren immer, dass sie euch Schüler grüßen sollen. Viele berichten, dass seitdem die morgendlichen Fahrten viel friedlicher sind. Auch erzählen Lehrer, dass die ersten Stunden wesentlich effektiver sind, da die Schüler nicht schon von der Busfahrt gestresst sind", erzählt Bachmann.

Doppelstunde fürs Training

Bei den Schulbustrainings nimmt Herrenberg eine Vorreiterrolle ein. „Normalerweise gehen die Trainings nur eine Schulstunde, aber wir haben uns dazu entschieden, dafür eine Doppelstunde einzuräumen. So kann man in der ersten Hälfte in Rollenspielen noch mehr Szenarien durchgehen. Wir sind sehr stolz auf unser Leuchtturmprojekt, es kann nichts Wichtigeres geben als die Verkehrssicherheit der Schüler", ist die Rektorin des Andreae-Gymnasiums, Dr. Gudrun Schickler, stolz auf das Projekt. „Der Erfolg des Projektes schlägt sich auch in der Unfallfreiheit im Schulbusverkehr nieder. Deshalb sind wir auch froh, dass der Förderverein das Projekt weiterhin unterstützt", fügt sie an.

Auch die Busunternehmer sind bestrebt, das Training in den Schulen auszubauen. Denn wenn sich die Schüler richtig verhalten, dann erleichtert das auch den Arbeitsalltag der Busfahrer. Der ADAC und der Verband baden-württembergischer Omnibusunternehmer beteiligen sich deshalb an. dem Projekt und haben auch die Kampagne „Bus fahren — aber richtig!" im Jahr 2013 ins Leben gerufen.

Nach den Rollenspielen ging es dann in einen richtigen Bus. In einer beeindruckenden Geschwindigkeit schafften die Schüler es, sich in einer Linie aufzustellen und den Bus zügig zu besteigen. Ulrich Bachmann demonstriert, wie man den Nothammer richtig benutzt. „Leider ist der Hammer ein begehrtes Souvenir unter Schülern. Jeder will seinen eigenen Nothammer zu Hause. Die neueren Busse haben deshalb ein Sicherungssystem, das Alarm schlägt, wenn einer aus der Halterung genommen wird", erklärt er im Bus. Rund 2000 Schüler der fünften Klasse des Andreae-Gymnasiums, der Jerg-Ratgeb-Schule und der VogtHeß-Werkrealschule kommen in den Genuss des Schulbustrainings. Schüler der siebten Klasse können sich zusätzlich zu Buspaten ausbilden lassen, die den jüngeren Schülern bei der Fahrt helfen und ihnen das richtige Verhalten zeigen. Mit diesem umfassenden Training sollte der Schulbusverkehr in Herrenberg in Zukunft entspannt ablaufen.

(Artikel erschienen am 26.09.2014 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

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Die Fotos zeigen Herrn Bachmann vom VBN als Moderator des Praxisteils im Einsatz. Die Erwachsenen, die z.T. auf den Bildern zu erkennen sind, waren Teilnehmer/innen, die an diesem Tag Ihre Schulbustrainer-Theorie-Ausbildung beim WBO, Baden-Württembergischer Omnibusverband e.V., in Böblingen absolvierten und in der 6. Stunde an dem Praxisteil im Markweg "hospitierten".
Zur Verdeutlichung des Busgewichts fuhr Herr Bachmann mit dem Bus auf einen Sportschuh, in den er zuvor vor der Klasse einen 5,- €-Schein gesteckt hatte. Er  bot an: "Wer den Schuh unter dem Reifen hervor ziehen kann, kann das Geld behalten. Wer es nicht schafft, spendiert seiner Klasse einen Kuchen." So kamen in einer 5. Klasse 5 Kuchen für den nächsten Schultag zusammen und die Erkenntnis, dass Keiner eine Chance hat, wenn er mit dem Fuß unter einen Reifen gerät..

„Helm an der Lenkstange” als bedenklicher Trend
 
Herrenberg: Zehnter Verkehrssicherheitstag für die Achtklässler der Markweg-Schulen
 
von Christina Mihajlovski, Gäubote Herrenberg, 15.05.2014
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Ein rundes Jubiläum wurde am Mittwoch in den Markweg-Schulen in Herrenberg begangen: Bereits zum zehnten Mal jährte sich der Verkehrssicherheitstag für alle Achtklässler des Schulverbundes. Auch dieses Jahr waren wieder zahlreiche Partner aus der Region mit am Start. Mit Spiel und Spaß, aber auch mit dem nötigen Ernst sollen die jungen Verkehrsteilnehmer für den Straßenverkehr sensibilisiert werden.

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Auf dem Schulgelände der Markweg-Schulen herrscht ein reges Treiben: Bunte Pylonen stehen herum, die Fahrradständer sind brechend voll, Busse, Lastwagen und ein Polizeiauto sind im Einsatz. Und dazwischen: Schüler des Andreae-Gymnasiums, der Jerg-Ratgeb-Realschule und der Vogt-Heß-Werkrealschule. Zielstrebig bewegen sie sich in Gruppen kreuz und quer über das Gelände, viele haben ein Fahrrad dabei. Jetzt ist große Pause, danach geht es gleich weiter; von der ersten bis zur sechsten Stunde dauert der Verkehrssicherheitstag.

Für Michele von der Ratgeb-Realschule war bisher der Fahrradparcours die beste Station: Hier können die Jugendlichen ihr Geschick im Slalom, auf der Wippe und an anderen Hindernissen beweisen. Gerade kommt er vom Fahrrad-Check, den der Radhof Schill anbietet: Fast alles war tadellos, meint er, nur ein bisschen mehr Luft muss in die Reifen. Andreas Schill bietet an der Station eine schnelle Überprüfung an. „Kleine Reparaturen können wir hier auch machen", so Schill. Sinn und Zweck der Station seien aber, den Schülern zu vermitteln, welche Bedingungen ihr Rad grundsätzlich erfüllen muss, um verkehrstauglich zu sein. Laut Schill gab es dieses Jahr aber zum Glück noch „keine Totalausfälle".

„Wenn vier Tonnen Bus auf diesem Schuh stehen kann den da keiner mehr rausziehen" Ulrich Bachmannn

Neben dem Radhof Schill unterstützen weitere Partner die inzwischen etablierte Veranstaltung. Die Herrenberger Fahrschule Halanke beispielsweise hat zwei große Lastwagen mitgebracht. Hier darf jeder Schüler einmal in der Fahrerkabine Platz nehmen und erfahren, wie groß die toten Winkel eines Lkw-Fahrers sind. Beeindruckend auch die Station der Busunternehmen Däuble und VBN/BVN: „Wem vier Tonnen Bus auf diesem Schuh stehen kann den da keiner mehr rausziehen" wettet Busfahrer Ulrich Bachmann mi den Schülern.

Eine besondere Attraktion ist das Polizeiauto mit seiner Sirene. Hanspeter Mosberger vom Polizeipräsidium Ludwigsburg trainiert eigentlich Polizisten für Einsätze und leitet Fahrsicherheitstrainings. Heute demonstriert er den Achtklässlern, wie lang der Anhalteweg von Auto, Fahrrad um Co. ist und was das bei einem Unfall bedeuten kann. Auch Skateboarder, ein Inlinefahrer und eine Waveboarderin sind zur Demonstration mit am Start; damit reagieren die Organisatoren auf moderne Arten, den Schulweg zu bewältigen.

Ein bedenklicher Trend sei jedoch „der Helm an der Lenkstange" anstatt auf dem Kopf, den man besonders bei den 13- und 14-Jährigen beobachten kann. Laut Lutz Rasemann, dem Verkehrsbeauftragten des AGH, beträgt die „Helmquote" in dieser Altersgruppe nur „etwa 60 Prozent", was im Vergleich zum Durchschnitt aller Altersgruppen eher gering sei.

Matthias Schelling, Lehrer am AGH, betreut zusammen mit Kollege und Rennradfahrer Jan Bauer eine Station mit verschiedenen Übungen auf dem Fahrrad. Es gehe darum, so Schelling, ein besseres Gefühl für das Gefährt zu entwickeln und seine Grenzen spielerisch auszutesten. „Sven, versuch doch mal, den Körper zur Seite zu lehnen, neben den Lenker, genau!", ruft Lehrer Schelling, und die Klassenkameraden rufen dem Jungen weitere Tipps zu. Und tatsächlich, nachdem Sven auch noch die Lampe von seinem Lenker abmontiert hat, gelingt es ihm, unter dem Band hindurchzufahren. „Fahrrad-Limbo" ist nur eine der Übungen, und sie kommt bei den Schülern sichtlich gut an. Auch beim Gruppenfahrtraining nebenan wird gekichert, als ein Schüler die erhobene Hand des Vordermanns nicht bemerkt, und es einen „Auffahrunfall" gibt - zum Glück war das erst die Trainingsrunde zu Fuß.

An den Markweg-Schulen engagieren sich auch die Schüler für mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Katharina Baitinger, Schülerin der Jerg-Ratgeb-Realschule, hat die Aufsicht über eine eigene Station. „Das Thema hat mich sehr interessiert, und ich wollte mich noch mehr engagieren", erklärt sie. Darum hat sie vergangenes Jahr in Ludwigsburg an einer landesweiten Ausbildung teilgenommen und nennt sich inzwischen Verkehrsmentorin.

Nach zehn Jahren Verkehrssicherheitstag kann auch Richard Wißmann, Konrektor der Vogt-Heß-Schule und Mitinitiator der Veranstaltung, mit einer überaus positiven Bilanz abschließen: Während seiner gesamten Zeit an der Schule habe es „keinen einzigen Rad- oder Fußgängerunfall auf dem Schulgelände" gegeben.

 

(Artikel erschienen am 15.05.2014 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Mehr als jedes zweite Schüler-Fahrrad mit Mängeln
Markweg-Eltern in der Verantwortung

 

am 21.11.2013

 

verantwortlicher Lehrer: Hermann Rösch

 

Mit einem breit aufgestellten Kontrollteam aus 6 Beamten des Herrenberger Polizeireviers, 7 Lehrkräften und 4 Elternvertreterinnen der drei Markwegschulen sowie mit Unterstützung von 7 SchülermentorInnen Verkehrserziehung von Gymnasium und Realschule und Herrn Härther vom Städtischen Vollzugsdienst wurde am Donnerstagfrüh zum vierzehnten Mal die spätherbstliche Radkontrolle im Schießtäle durchgeführt. Auf Beschluss des schulübergreifenden Verkehrsausschusses der Markwegschulen fand dies wieder „unangekündigt“ statt und zum siebten Mal ist dies für Jugendliche ab 14 Jahren bei Mängeln am Fahrrad mit einer Anzeige beim Landratsamt und einem Bußgeldbescheid verbunden.

Obwohl auf die anstehende Radkontrolle über die KlassenlehrerInnen, Aushänge in den Schulen und über die Homepages - ohne Terminnennung - mit einer Woche Vorlauf hingewiesen wurde, ist das Ergebnis erschreckend! 17 der 32 (53,1%) kontrollierten Räder wiesen einen oder mehrere Mängel an Beleuchtung, Bremsen, oder Reflektoren auf oder es fehlte die vorgeschriebene Klingel.

 

Für die jüngeren SchülerInnen geht der von der Polizei unterschriebene Mängelbericht nun an die für die Verkehrssicherheit Ihrer Kinder zuständigen Eltern. Damit abgesichert ist, dass diese ihr Versäumnis auch zur Kenntnis genommen haben, muss der Mängelbericht unterschrieben in der kommenden Woche wieder bei den Schulsekretariaten eingehen.

 

Bei den Jugendlichen ab 14 Jahren geht der Originalmängelbericht darüber hinaus zur Anzeige an das Landratsamt!

 

Die Mitglieder des Markweg Verkehrsausschusses sind sich da einig: Verbesserungen sind offenbar nur über den Geldbeutel zu erreichen. Die schulische Verkehrserziehung und Aufklärungsmaßnahmen durch die Polizei reichen da nicht aus.

 

Bußgeldbescheide treffen daher in nächster Zeit bei einem AGHler, 3 Realschülern und zwei Vogt-Hess-Schülern ein.

 

Die ältesten SchülerInnen des AGH, die Jahrgangstufe 1 und 2, fehlten aufgrund des StudienInfotags am Donnerstag im Markweg. Ob die Zahl der Beanstandungen aber höher ausgefallen wäre. Lässt sich nicht abschätzen. Die Mängelquote war in den letzten Jahren rückläufig, belief sich im Vorjahr auf 38, 8%, 2011 auf 40,2% und 2010 auf 61,4%. Dies war bisher sehr erfreulich zumal 2005, bei der letzten Radkontrolle ohne Polizei, noch 79% der Räder Mängel aufwiesen.

 

Positiv stimmen lässt die Helmtragequote, die von Schülermentorinnen Verkehrserziehung festgehalten wurde. 19 der 32 (59,4%) RadlerInnen waren mit Fahrradhelm unterwegs und damit glänzt der Markweg mit Zahlen weit über dem Bundesdurchschnitt von 19% in dieser Altersgruppe.

 

Zwei Schülermentorinnen beobachteten die 23 Alu-Scooter (Cityroller) FahrerInnen, die im letzten Jahr ins Blickfeld geraten waren, da sie unbeleuchtet, ohne Klingel dafür aber z.T. mit hohen Geschwindigkeiten die Fußgängerströme und den fließenden Verkehr kreuzten. Auch wenn in diesem Jahr fünf SchülerInnen mit Helm und zudem einer sogar mit Licht mit dem Scooter unterwegs war, muss hier von allen Seiten noch Aufklärungsarbeit betrieben werden. Die Sicherheit ist nur durch angepasste Geschwindigkeit, insbesondere auf regennasser Fahrbahn, und durch erhöhte Sichtbarkeit, wie z.B. durch Stecklichter, Reflexbänder oder reflektierende Kleidung gewährleitet!

 

 

(Lutz Rasemann,Verkehrsbeauftrager, AGH)

 

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Mehr Ruhe und Sicherheit im Schulbus
 
Herrenberg: 20 Mädchen und Jungen aus dem Markweg werden zu Begleitern ausgebildet
 
von Philipp Link-Ehnert, Gäubote Herrenberg, 15.11.2013
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Wenn es auf der Fahrt im Schulbus mal ruppig zugeht, sind die Schulbusbegleiter sofort zur Stelle. 20 neue Begleiter wurden im Feuerwehrhaus in Herrenberg ausgebildet, um Konflikte im Bus zu lösen und ihren Mitschülern dabei auf Augenhöhe zu begegnen.

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Die neuen Schulbusbegleiter erhalten ihre Ausweise von den Polizisten Frank Hinner (rechts) und Detlef langer im Feuerwehrhaus    GB-Foto: Holum

 

Seit sieben Jahren bildet Kommissar Detlef Langer Siebtklässler zu Schulbusbegleitern aus. Die Kinder lernen, was Konfliktsituationen sind und wie man sie schlichten kann. Außerdem wird den Schülern beigebracht, was es heißt, im Team zusammenzuarbeiten und wie man sich richtig verhält. Die Ausbildung ist so gestaltet, dass die Kinder sich möglichst viel selbst einbringen und zusammen Hindernisse überwinden können, so lernen sie im Team Probleme anzusprechen und sie zu lösen - und wenn das nichts hilft, dem Busfahrer Bescheid zu sagen. Zum Unterricht gehört auch das Training in einem echten Bus, dabei bekommen die Kinder vom Kommissar und seinem Kollegen Frank Hinner noch eine Lektion in Verkehrssicherheit.

 

Ausweise überreicht

 

Zwei Tage dauerte die Ausbildung, für die die Kinder schulfrei bekamen. Am Mittwoch wurde den Siebtklässlern dann ihr „Schulbusbegleiter-Ausweis" überreicht. Zur Übergabe waren nicht nur die Verkehrsbeauftragten der beiden Markweg-schulen, Hermann Rösch für die Jerg-Ratgeb-Realschule (JRS) und Lutz Rasemann für das Andreae-Gymnasium Herrenberg (AGH), sondern auch die Polizei, die Elternvertreterin des AGH, Veronika Gerlach, der langjährige Busbegleiter Sascha Hummel und der kommisarische Schulleiter der JRS, Alexander Riegler, gekommen.

 

Die Ausweise wurden den Kindern mit Witz und Freude überreicht und sie hatten sichtlichen Spaß daran. Alexander Riegler bedankte sich bei den Kindern für ihre ehrenamtliche Arbeit und meinte: „Der Schultag beginnt für die Kinder im Schulbus, und endet auch in ihm, darum ist es wichtig, dass die Schulbusbegleiter diesen Job übernehmen." Indem sie für Ruhe im Bus sorgten, erleichterten sie ihren Schulkameraden den Weg von und zur Schule.

 

Laut den beiden Verkehrsbeauftragten der Markweg-Schulen bekommt die Aktion von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch, es haben sich allein am AGH 29 Kinder für das Seminar beworben - allerdings konnten nicht alle davon teilnehmen, da jede Schule nur zehn Plätze vergibt. Die ehrenamtliche Aktion bekomme von allen Seiten positives Feedback, sei es von den Schülern aus den Bussen, die friedlicher nach Hause kommen, oder von den Busunternehmen selbst, die sich darüber freuten, dass in ihren Bussen weniger zerstört wird.

 

Der Job, den die Kinder machen, ist nicht nur für andere wichtig, sondern auch für sie selbst: „Durch die Arbeit habe ich in erster Linie mehr Selbstvertrauen bekommen, was mich in meiner bisherigen Laufbahn um einiges weitergebracht hat", meinte Sascha Hummel, Schüler der zwölften Klasse am AGH und Schulbusbegleiter seit fünf Jahren. „Außerdem habe ich gelernt, mich durchzusetzen." Die Schüler werden also durch ihren neuen Job nicht nur für Ordnung sorgen, sondern auch einige Dinge mitnehmen, die ihnen in ihrem zukünftigen Leben weiterhelfen können.

 

 (Artikel erschienen am 15.11.2013 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

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Ohne Drängeln geht es schneller
 
Herrenberg: Fünftklässler erfahren beim Verkehrssicherheitstag, wie sie sich beim Einsteigen verhalten sollen
 
von Rüdiger Schwarz, Gäubote Herrenberg, 19.09.2013
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Das Busprojekt für die fünften Klassen an den Schulen im Herrenberger Markweg erhält dieses Jahr eine ganz aktuelle Brisanz. Erst vor gut einer Woche wurde bei Heilbronn nach einem Gerangel und Gedränge ein Achtjähriger von einem Schulbus erfasst und lebensgefährlich verletzt. Das zeigt, wie wichtig es ist, gerade auch die Fünftklässler fit zu machen.

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Experiment: Wenn gedrängelt wird dauert der Einstieg länger    GB-Foto: Holum

 

„Von 16 000 Schulwegunfällen in Baden-Württemberg passieren nur fünf Prozent im und um den Bus herum", weiß der Referent des Verbandes baden-württembergischer Omnibusunternehmer, Martin Burkart. Da hat sich eine Gruppe Fünftklässler vom Andreae-Gymnasium bereits die Sitzplätze in einem Linienbus der Verkehrsbetriebe Nagoldtal gesichert. Kurz zuvor pustet Burkart in seine Trillerpfeife und drückt auf seine Stoppuhr. Die jungen Lehrlinge in Sachen sicherer Beförderung dürfen vor der Bustüre schubsen und drängeln. Das nennt sich Einstiegstest erster Teil. Oft kommt das Menschenknäuel nicht recht voran. Schnell wird klar: Im Gegensatz etwa zu Ameisen, Bienen oder Termiten liegt eine reibungsfreie soziale Ordnung Kindern, aber auch Erwachsenen, nicht blind in Blut.

 

 

Letztlich haben sich dann alle in den Bus gequetscht - ohne Blessuren oder zerbrochene Brille. Es folgt eine kurze Durchsage des Herrn der Stoppuhr: „Das waren 49 Sekunden." Dann heißt es für die ganze Mannschaft noch einmal raus auf den Gehweg der Kalkofenstraße. Jetzt „pfeift" ein anderer Ton: „Alles gesittet und zivilisiert nach der Reihe, bitte." Also Schulranzen runter und einer nach dem anderen durch das Nadelöhr der Bustüre. Der Referent lässt die genommene Zeit für sich sprechen - „33 Sekunden hat das jetzt gedauert".

 

Prävention ist wichtig

 

Im Falle des viertägigen Busprojektes gibt es fast wie beim Führerschein Theorie und ganz praktische Schulung im einstündigen Wechsel. Damit der theoretische Teil aus Rollenspielen nicht gar so grau daherkommt, geht es ans und ins Objekt selbst. Sich etwa die drei Notfallhämmer als private Trophäe unter den Nagel reißen zu wollen, ist so eine Sache für sich, denn: „Hier melden Sensoren dem Fahrer, sobald die aus der Sicherung heraus genommen werden." Sensorische Hydraulik ist auch bei Nothahn und Reversiereinrichtung mit ihm Spiel. Letztere fordert zwecks Vorführeffekt einen „mutigen Dummy" aus den Reihen der Schüler. Ein Fuß in der Tür und einen noch auf dem Bordstein, beweist der, dass man sich nicht mehr in der sich schließenden Bustüre einklemmen kann. Geschweige denn, dass der Bus bei offener Türe noch losfahren kann. An- und Wegfahrsperre machen es eben nicht möglich.

 

„In Liverpool sind die Busse aber immer mit offenen Türen losgefahren", wirft ein Junge in die Runde. „Naja, andere Länder, andere Sitten. Bei uns ist das sehr streng geregelt", merkt Burkart dazu an. Da fiebern alle schon dem legendären Bremstest bei Tempo 30 entgegen. Der ist nicht zu unterschätzen. So fliegt über ordentlich Schmackes der Bremsen ein blauer Kanister von hinten nach vorne durch. „Wenn ihr gerade ins Simsen vertieft seid und es blöd läuft, landet ihr bei so einer Bremsung vorne beim Fahrer", hält der Verkehrstrainer zum Festhalten an. „Wir setzen auf Prävention. Also, dass der Ernstfall erst gar nicht passiert", klärt AGH-Rektorin Dr. Gudrun Schikler über das Gemeinschaftsprojekt der drei Schulen plus der daran beteiligten Partner auf - gerade auch bei den Kleinsten und Schwächsten, den neu startenden Fünftklässlern.

 

„Ein geordneter Ablauf entlastet auch die Fahrer", wissen die Geschäftsführer der beteiligten Busunternehmen, Herbert Däuble und Arno Ayasse. Sabine Riehm vom Elternbeirat der Jerg-Ratgeb-Realschule hebt noch einmal hervor, dass neben den begeisterten Rückmeldungen der Kinder „unterschiedliche Altersgruppen zusammengebracht werden". Denn bei dem "Leuchtturmprojekt" der Markwegschulen spielen lange bereits die Schulbusbegleiter eine tragende Rolle.

 

 (Artikel erschienen am 19.09.2013 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).