Verkehrserziehung

Verkehrserziehung

Die Verkehrserziehung der JRS, die in Zusammenarbeit mit den beiden weiteren Markweg-Schulen durchgeführt wird, bietet ihren Schülerinnen und Schülern abgestimmt für die verschiedenen Jahrgangsstufen ein umfassendes Angebot.

 

2011-11 Schulbusbegleiter 05 web 2011-11 Inliner 03 web Slalom 

2010-06 Verkehrssicherheitstag 06 web 2010-11 Schulbusbegleiter 02 web

Mit Brille wie im Rausch
 
Herrenberg: Verkehrssicherheitstag im Markweg.
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 16.05.2017
 
betreuender Lehrer: Dominik Kirgis
2017-05 Verkehrssicherheitstag 01 web
Schüler testen ihre Reaktionsfähigkeit mit der Rauschbrille    GB-Foto: Bäuerle
 

Verkehrssicherheit ist wichtig. Dabei geht es auch Tag für Tag um ein ruhiges und rücksichtsvolles Miteinander auf dem Schulweg. Im Schulzentrum Markweg lernen Schüler sich umsichtig zu verhalten, sie lernen spielerisch Gefahren und Risiken kennen und staunen nicht schlecht, wenn sie im simulierten Rausch der Trickbrille über den Schulhof stolpern und dabei, sehr nüchtern, feststellen, dass man so eigentlich nicht sicher unterwegs sein kann mit Auto, Moped oder Fahrrad.

Die beiden, die da staunen, heißen André Pietsch und Peter Sandu, sie sind 15 und 16 Jahre alt und besuchen, wie alle Schüler, die am Montagvormittag am Verkehrssicherheitstag der Markwegschulen teilnehmen, eine achte Klasse. Zum 13. Mal schon veranstalten die Schulen in diesem Jahr ihren Sicherheitstag. Angeregt wurden sie dazu vom Kultusministerium des Landes, das die Verkehrs- und Mobilitätserziehung fest im Schulcurriculum verankern möchte. Das Fahrrad soll im Mittelpunkt stehen - und deshalb sind Fahrräder auch überall auf dem weiten Areal zwischen dem Andreae-Gymnasium, der Jerg-Ratgeb-Realschule und der Vogt-Heß-Schule zu sehen.

Im Verbund mit dem Rad fahren

Eine große Fahrradgruppe steht am Eingang zum Schulzentrum - es ist die Klasse 8a der Jerg-Ratgeb-Schule, weit mehr als 20 Schüler, die sich an ihre Fahrgestelle lehnen. Peter Würffell, Mitglied im Vorstand der Herrenberger Ortsgruppe des ADFC, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, und Veronika Gerlach, Vertreterin des Gesamtelternbeirates, leiten die Gruppe; auch Tim Turek, ein Schüler des AGH, spielt eine wichtige, koordinierende Rolle. Die 8a soll, sehr praktisch, lernen, in einem großen Verbund zu fahren, lernen, wie man sich in einer großen Radfahrergruppe verständigt, auf den Verkehr und aufeinander reagiert. Darum setzt sich diese große Gruppe nun langsam in Bewegung.

Im toten Winkel

Nahebei stehen Busse der Unternehmen Däuble und VBN/BNV - sie beteiligen sich wiederum in Kooperation mit dem Verband baden-württembergischer Busunternehmer am Verkehrssicherheitstag; von ihnen lernen dieSchüler das Verhalten in und am Bus. Jenseits des Bahndammes demonstriert die Herrenberger Fahrschule Halanke anschaulich, was ein „toter Winkel" ist; weit vorne in der Kalkofenstraße erproben Fachkräfte des Ludwigsburger Polizeipräsidiums die unterschiedlichen Anhaltewege, die einer benötigt, wenn er zu Fuß, auf dem Fahrrad, auf Inlinern, mit Auto, Skateboard oder Motorrad unterwegs ist - und Schüler werden bei diesen Tests zu Stuntmen.

Im Hof der Jerg-Ratgeb-Schule kann Andreas Schill, ein Abgesandter des Nufringer Radhofs Schill derweil Erfreuliches feststellen. Schill prüft die Räder der Schüler, stellt fest, dass in den Reifen fast aller Räder zu wenig Luft ist, was auch zur Ursache von Unfällen werden kann - aber er findet tatsächlich keinen Grund, den Zustand der Schülerbremsen zu bemäneln. Er staunt: „Ich habe noch kein Rad mit Bremsproblemen gesehen, heute. Das ist deutlich besser, als in den Jahren zuvor!"

Von der ersten bis zur sechsten Schulstunde dauert der Verkehrssicherheitstag, an dem die Schüler von einer der sechs Lehrstationen zur nächsten gehen und an jeder, betreut von Lehrern, Eltern oder Fachleuten, etwas erfahren, das wichtig ist im täglichen Straßenverkehr. Vier achte Klassen des Andreae-Gymnasiums, rund 110 Schüler, wandern so umher, fünf Klassen der Jerg-Ratgeb-Schule und zwei Klassen der Vogt-Heß-Schule. Auf dem Hartplatz zwischen Jerg-Ratgeb und Vogt-Heß dort, wo auch Andreas Schill schraubt und prüft und der Herrenberger Radhändler Holczer zu einem anderen Parcours einlädt, erleben sie ihre erstaunlichsten Abenteuer; dort setzen sie die Rauschbrillen auf. Andre Pietsch und Peter Sandu haben sie eben abgenommen. Gerade ist einer von ihnen noch über eine blaue Pylone gestolpert, hilflos geradezu. „Das hat Spaß gemacht!", sagt er nun. Aber so einfach, wie er dachte, war es nicht, mit der Promillesimulation auf der Nase gerade zu gehen - und ein Auto zu steuern, das würde er sich in solch einem Zustand niemals zutrauen.

(Artikel erschienen am 16.05.2017 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

Vandalismusschäden gehen deutlich zurück
 
Herrenberg: Zwölf neue Busbegleiter für die beiden Schulzentren ausgebildet - Seit elf Jahren läuft das Projekt
 
von Francisco Albert, Gäubote Herrenberg, 17.11.2016
 
betreuender Lehrer: Dominik Kirgis
 
2016-11 Schulbusbegleiterausbildung 01 web

Die künftigen Schulbusbegleiter übten auch Rollenspiele    GB-Eoto: Holom
 

Die beiden Herrenberger Schulzentren Längenholz und Markweg verfügen Überzwölf neue Schulbusbegleiter: Die Jerg-Ratgeb-Realschule hat in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Ludwigsburg zwölf neue Schulbusbegleiter ausgebildet. Auch vom Schickhardt-Gymnasium sind zwei Schüler dabei.

„Hey, du darfst das nicht", sagt ein Schüler zu einem anderen, der gerade so tut, als ob er einen Stuhl mit Farbstiften beschmieren würde. Die zwölf Schüler der Klasse sieben üben im Feuerwehrhaus Herrenberg, wie sie sich bei Vandalismus richtig zu verhalten haben. Wenn der Mitschüler nicht spurt, wird der Fall umgehend dem Busfahrer mitgeteilt. Anschließend landen die Fälle beim Verkehrssicherheitsbeauftragten des jeweiligen Schulzentrums. Der arbeitet diese Fälle auf und geht sie später mit den ausgebildeten Begleitern durch. Dafür finden regelmäßig Besprechungen statt.

Verkehrssicherheitsbeauftragter der Jerg-Ratgeb-Realschule ist Dominik Kirgis (32). Er unterrichtet Deutsch, Geografie und Geschichte und übt das Amt im ersten Jahr aus, mit dem Ziel, dass Schüler sicher zur Schule kommen und wieder zurück.

"Schulbusbeglelter sind keine Petzen, sondern sie melden Straftaten" Detlef Langer

Im Schnitt werden pro Jahr zehn Schüler zu Schulbusbegleitern ausgebildet und bleiben es in der Regel bis zum Schulende. „Die Resonanz ist immens", sagt Kirgis. Aber nur diejenigen, die täglich Bus fahren, können auch Schulbusbegleiter werden.

„Die Ausbildung ist sehr praxisnah", betont Kirgis. An zwei Tagen bekommen die Schüler ein intensives Kompetenz-Training. Anhand von Rollenspielen werden Gefahrensituationen nachgestellt. Dabei lernen die Schüler, wie sie sich richtig ausdrücken und auftreten. Sie lernen auch, Verantwortung zu tragen. Der Wille der Schüler macht sich bemerkbar und ist nicht unbegründet: „Ich freue mich sehr über meine neue Aufgabe. Ich habe schon einmal eine Rauferei im Bus erlebt und konnte nichts tun. Jetzt weiß ich, was zu tun ist", sagt die 13-jährige Realschülerin Lea-Chiara Bsonek.

Detlef Langer (54), Präventionsbeauftragter des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, leitet das Seminar. Er begleitet das Projekt seit dem ersten Tag in Herrenberg. Der Hintergrund war die zunehmende Anzahl von Vandalismusschäden in Schulbussen. Um dem entgegenzuwirken, wurde dieses Projekt in Herrenberg ins Leben gerufen, gemeinsam mit den Busunternehmen und den jeweiligen Schulen. Davor gab es dieses Projekt schon an anderen Schulen im Land.

Das Vorhaben zahle sich aus, sagt Langer. „Laut Busunternehmen sind die Schäden von etwa 150000 Euro im Jahr auf etwa 30 000 Euro gesunken." Obendrein finden Schulbusbegleiter große Akzeptanz bei ihren Mitschülern. „Die meisten kommen erst gar nicht auf die Idee, etwas zu machen, wenn sie einen Begleiter sehen." Ihm ist es auch wichtig, eines zu vermitteln: „Schulbusbegleiter sind keine Petzen, sondern sie melden Straftaten. Das ist der große Unterschied." Das kommt auch so bei den Schülern an. Darüber hinaus freue er sich am meisten über die Persönlichkeitsveränderungen der Schüler. „Viele haben eine sehr starke Persönlichkeit angenommen und engagieren sich vermehrt ehrenamtlich." Das sei der größte Erfolg aus Langers Sicht. Auch die Busfahrer freuten sich über die Arbeit der Schulbusbegleiter, weil es in den Bussen dann wesentlich ruhiger sei. Weniger erfreut zeigt er sich über die Tatsache, dass die Zahl der Gymnasialschüler, die sich beteiligen, zurückgegangen ist. „Es liegt an den Eltern, die es ihren Kindern nicht erlauben." Der Grund dafür ist unbekannt.

(Artikel erschienen am 17.11.2016 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Schulradler sorgen für mehr Sicherheit
 
Herrenberg: Projekt für neue Fünftklässler im Markweg-Schulzentrum hat sich bewährt und geht jetzt in die zweite Runde
 
von Dietmar Denner, Gäubote Herrenberg, 23.09.2016
 
betreuender Lehrer: Dominik Kirgis
 
2016-11 Schulradler 01 web

Das Team der Schulradler kümmert sich um die Verkehrssicherheit    GB-Eoto: Bäuerle
 

Rund 2000 Schüler besuchen das Schulzentrum im Herrenberger Markweg. Viele von ihnen kommen mit dem Fahrrad. Auch die neuen Fünftklässler. Damit sie sicher zur Schule gelangen, mögliche Gefahren auf dem neuen Schulweg erkennen und am Zielort wissen, wo sie ihren Drahtesel abstellen können, gibt es auch in diesem Jahr die Schulradler: Schüler der höheren Klassen, Erwachsene und mit Ronny Scholz sogar ein Ex-Radprofi zählen dazu.

Bereits zum zweiten Mal gibt es in diesem Jahr im Markweg das Schulradlerprojekt - mit mehr Teilnehmern und mehr Begleitern. „Die Eltern sind sehr beruhigt, dass ihre Kinder sicher zu Schule kommen", sagt Dr. Gudrun Schickler, Rektorin am Andreae-Gymnasium (AGH). Die Schulradler begleiten neue Fünftklassier, 42 an der Zahl, die sich mit dem Fahrrad aus ihren Heimatorten auf den Schulweg machen. 18 zum AGH, 16 zur Jerg-Ratgeb-Realschule und acht zur Vogl-Heß-Schule. Zwei Wochen lang zum Schuljahresbeginn sind sie morgens immer mit dabei. Die weitesten Strecken führen von Oberjesingen und Bondorf sowie von Öschelbronn und Tailfingen nach Herrenberg. Aber auch aus Kuppingen, Affstätt und Nufringen sowie aus Herrenberg haben Eltern ihre radelnden Fünftklassier angemeldet.

„Dieses Projekt ist ein Gewinn für alle", sagt Veronika Gerlach, die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats in Herrenberg. Sie begann bereits im vergangenen Schuljahr mit den Vorbereitungen - in Zusammenarbeit mit der Polizei und den dieses Jahr beteiligten Schulradlern, zu denen auch der Ex-Gerolsteiner Radprofi Ronny Scholz gehört. Er begleitet die Fünftklässler auf dem Weg von Nufringen und Kuppingen in den Markweg. Schon im vergangenen Jahr engagierte er sich für diese Aktion - verpflichtet hat ihn gewissermaßen seine Frau Vanessa, die wie Veronika Gerlach Mitglied im Gesamteiternbeirat ist. Er wie auch die anderen Begleiter  - überwiegend Neuntklässler - demonstriert seinen Schützlingen, wo auf der morgendlichen Anfahrt potenzielle Gefahren lauern, zum Beispiel an der Kaufland-Kreuzung, wo die Grünphase für Fußgänger und Radler viel zu kurz sei, auf abschüssigen Strecken oder auch an den vielen Haus- und Straßeneinfahrten. Zu den Aufgaben der Schulradler gehört nicht zuletzt auch, den jüngeren Schülern zu zeigen, wo sie ihre Räder abstellen und ihre Helme verstauen können.

Leuchtende Warnwesten

Die Schulwegbegleiter sind allesamt mit leuchtenden Warnwesten ausgerüstet. Insgesamt gibt es sieben Strecken und 14 Begleiter. Sie müssen früh raus - denn in Bondorf beispielsweise beginnt die Radtour um 6.40 Uhr. „Für die Schüler hat das noch einen ganz positiven Nebeneffekt", sagt Zoltan Borlan, „sie kommen alle fit an der Schule an." Der 40-Jährige, der Erdkunde und Sport unterrichtet, ist seit diesem Schuljahr Verkehrsbeauftragter des AGH. Er löste damit Lutz Rasemann ab, der seinen Ruhestand angetreten hat.

Die Schulwegradler soll es, wie Schulleiterin Gudrun Schickler sagt, auch in den kommenden Jahren geben. Dies vor allem auch mit einem Ziel verbunden: „Wir wünschen uns, dass die Zahl der Elterntaxis kleiner wird." Denn der tägliche Schülertransport mit dem eigenen Auto, das Kurzparken an der Schule, das Ein- und Aussteigen, berge nicht wenige Risiken und Gefahren: „Da gibt es einige ganz neuralgische Punkte."

(Artikel erschienen am 23.09.2016 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Mit dem Blick auf den toten Winkel
 
Herrenberg: Schüler des Markwegzentrums erfahren viel über Verkehrssicherheit.
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 02.05.2016
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch
2016-06 Verkehrssicherheitstag 01 web
Beim Verkehrssicherheitstag wird auch Erste Hilfe beigebracht    GB-Foto: Holom
 

Zumindest am Mittwochvormittag scheint die Sonne. Das war 2015 nicht so, als die Markwegschulen ihren Tag der Verkehrssicherheit veranstalteten. Grundschüler, Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten kamen deshalb zuhauf auf dem Rad zur Schule - und lernen dort nun nicht nur etwas übers Fahrradfahren dazu.

Verkehrserziehung gehört dazu im Schulzentrum Markweg. Alle Jahre wieder lernen die Schüler der achten Klassen am Verkehrssicherheitstag vieles, was sie sicherer macht, vor allem aber lernen sie, genauer hinzuschauen. Zum zwölften Mal findet der Verkehrssicherheitstag statt, rund 330 Schüler aller Markwegschularten gehen von Station zu Station - ein „Leuchtturmprojekt" ist das für Gudrun Schickler, die Leiterin des Andreae-Gymnasiums: „Wir bekommen überregionale Beachtung."

2016 markiert der Sicherheitstag einen Wechsel: Die Verkehrsbeauftragten Lutz Rasemann und Hermann Rösch verabschieden sich, sind noch im Amt, werden aber von ihren Nachfolgern Dominik Kirgis und Zoltan Borlan begleitet. Rasemann ist erkrankt, war aber maßgeblich an der Organisation beteiligt. Außer vielen Lehrern und Eltern sind lokale Unternehmen und Institutionen beteiligt, die mit dem Verkehr zu tun haben: Fahrschulen. Busunternehmen, Fahrradhändler, die Polizei, der Fahrradclub ADFC.

Das Projekt selbst ist sehr lange schon perfekt eingespielt; die sechs Stationen, an denen Fachleute, Lehrer, Eltern den Schülern Wissen über Gefahrsituationen vor allem im Schulverkehr vermitteln und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, Unfällen vorzubeugen, gleichen sich von Jahr zu Jahr, sind von erwiesener Relevanz, interessant und manchmal sogar lustig. Im Hof der Jerg-Ratgeb-Realschule probieren Schüler die sogenannten Rauschbrillen aus, bei denen ein Effekt auftritt, der der Wirkung von mehreren Gläsern Alkohol entsprechen soll. Die Schüler schlingern kichernd und etwas verwirrt zwischen den Hütchen eines Fahrradparcours hin und her und versuchen, manchmal vergeblich, auf einem Hütchen einen Ball abzulegen.

Kleinere Reparaturen vor Ort

Jutta Kißling und Peter Krumpholz, beide Eltern, werfen neben den Schülern, die im Brillenrausch taumeln, kritische Blicke auf die Fahrräder, mit denen manche zur Schule gekommen sind. Eine Fahrradreparaturwerkstatt ist Bestandteil des Verkehrssicherheitstages. Hier erfahren Schüler, was ein sicheres Fahrrad ist und zumeist, dass ihr eigenes keines ist. „Ein sehr häufiger Fehler", sagt Krumpholz, „ist, dass die Bremszüge schlecht eingestellt sind, so dass die Bremswirkung zu gering ist. Man merkt sehr schnell, wer häufig mit dem Fahrrad fährt und es regelmäßig wartet." Einfache Reparaturen nehmen die Eltern vor; alles Weitere schreiben sie den Schülern auf einen Zettel und schicken sie in die Werkstatt.

Lehrer Gerhard Schray lässt die Schüler vor der Markweghalle Geschicklichkeit üben - da gibt es ein Band. das aufgespannt wird. tiefer und tiefer. unter dem die Schüler hindurchfahren; da gibt es die Aufgabe, so langsam zu fahren wie möglich, mit dem Fahrrad, ohne dabei jemals den Boden zu berühren. Hannah Koch, 14 Jahre alt, war schon 2015 beim Verkehrssicherheitstag mit dabei - als Stuntfrau, die auf auf einem Skateboard Bremswege demonstrierte. Schulbusbegleiterin ist sie außerdem. 2016 nun findet sie es gut, dabei zu sein, dazuzulernen: „Aber wozu das langsame Fahren gut sein sollte, das habe ich mich doch gefragt."

Hinter der Mensa zeigen die Schülermentoren des AGH realistisch, wie ein Unfall ablaufen kann und wie man erste Hilfe leisten sollte; draußen vor dem Schulzentrum, in der Kalkofenstraße, üben die Schüler das Verhalten am und im Bus, die Anhaltewege zu Fuß, mit Auto, Fahrrad, Kickboard, Skateboard und Motorroller.

Und jenseits der Gleise. nahe dem Bahnhof, stehen Jens Reichert und Canna Jürgens, Lehrer der Fahrschule Halanke, und erklären den Schülern, was ein toter Winkel ist. Um dies zu demonstrieren, sind die Fahrlehrer mit zwei Lastwagen gekommen. „Wie ist der Blick aus einem Lkw?" - diese Frage stellen sie den Schülern. Die Schüler streuen Tennisbälle auf die Straße, in jenen Bereichen, von denen sie glauben, dass sie dem Blick des Lkw-Fahrer unzugänglich sind. Das heißt: in den falschen Bereichen. „Meist streuen sie genau dorthin, wo der Fahrer gut sieht", sagt Reichert - nämlich unmittelbar hinter dem Fahrzeug. Der tote Winkel - ihn haben die Fahrlehrer mit Absperrketten markiert -liegt tatsächlich seitlich der Fahrzeuge.

„Ich fahre zwar nicht Fahrrad", sagt Albin Duraku, einer der Schüler, die diese Lektion gerade gelernt haben und nun sehr schnell weiter wollen. „aber ich hab gelernt, wie es im toten Winkel ist."

.

(Artikel erschienen am 02.06.2016 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

16 neue Schulbusbegleiter
 
Herrenberg – Zum neunten Mal beteiligt sich das Markwegschulzentrum an der landesweiten Initiative „Schüler-Fair-Verkehr" und bildete in den vergangenen Tagen 16 Schüler der siebten Klasse zu Schulbusbegleitern aus. Sie sollen nicht nur Streitereien auf dem Schulweg schlichten, sondern auch Präventionsaufgaben erfüllen.
 
von Vanessa Hörmann, Gäubote Herrenberg, 12.11.2015
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch
2015-11 Schulbusbegleiter 29 web JRS
neu ausgebildete Schulbusbegleiter der JRS im Schuljahr 2015/2016
2015-11 Schulbusbegleiter 30 web JRS und AGH 
alle Schulbusbegleiter im Schuljahr 2015/2016

Streit und Rangeleien zwischen Schülern beginnen schon bei der morgendlichen Busfahrt auf dem Weg zur Schule. Und auch zerstörungswütige Jugendliche schmieren ihre Kritzeleien immer wieder auf die Sitze der Busse. Situationen wie diese wären eine unlösbare Aufgabe für die Busfahrer ohne die Hilfe von ehrenamtlichen Schulbusgleitern, das weiß auch Hermann Rösch, Verkehrsbeauftragter an der Jerg-Ratgeb-Realschule im Markweg. „Viele Busfahrer sind lieber auf Strecken unterwegs, die von Schulbusbegleitern betreut werden. Seither gibt es viel weniger Konflikte." Der soziale Effekt sei riesig und entlastet auch den Unterricht.

Denn viele Hassbotschaften, die unterwegs ausgetauscht werden, tragen die Schüler mit ins Klassenzimmer. Lehrern sei es oft nicht möglich den Schülern etwas beizubringen, wertvolle Unterrichtszeit wird mit der Diskussion über die Streiterei auf dem Schulweg vergeudet. Die ausgebildeten Schulbusbegleiter leisten damit aber auch einen schulübergreifenden Dienst, indem sie Mobbing an der Quelle stoppen und bei Problemen eingreifen. Wie dieses Eingreifen vonstattengehen kann, lernen die Schüler an zwei Tagen im Herrenberger Feuerwehrgerätehaus. „Erst einmal werden die Konflikte herausgearbeitet und was passieren kann. Danach wird ihnen beigebracht wie man vorgehen und gewaltfrei agieren kann. Bei massiven Problemen macht es aber Sinn den Busfahrer ins Geschehen mit einzubeziehen", meint Detlef Langer.

Der Präventionsbeauftragte des Polizeipräsidiums Böblingen bildet seit vielen Jahren die Schulbusbegleiter mit den Verkehrsbeauftragten Hermann Rösch und Lutz Rasemann und Unterstützung des Busunternehmens VBN aus und weiß, dass das Engagement die eigene Persönlichkeit stärkt. So auch bei dem Schülerverkehrsmentor Tim. Seit drei Jahren ist der Schüler der Jerg-Ratgeb-Realschule Schulbusbegleiter. Seitdem engagiert er sich immer öfter ehrenamtlich, ist seit neustem nun auch ein Teil der Feuerwehr. Auch als er sich für ein Praktikum beworben hatte, erhielt er schnell eine positive Rückmeldung, aufgrund seines Engagements als Schulbusbegleiter. „So etwas kommt bei Betrieben gut an", sagt der Neuntklässler.

Auch an weiteren Projekten der Verkehrssicherheit beteiligt der Oberjesinger sich. Obwohl Tim einen der weitesten Wege zum Schulzentrum zurücklegt, ist er Teil der „Schulradler". In den warmen Monaten des Jahres begleitet er zwei bis drei Fünftklässler auf ihrem Weg zur Schule mit dem Fahrrad. Er gibt ihnen dabei wertvolle Tipps und sorgt für ihre Sicherheit.

(Artikel erschienen am 12.11.2015 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

Unfälle auf dem Schulweg vermeiden
 
Herrenberg: Polizei kontrolliert die Fahrräder der Schüler der Markwegschulen im Schießtäle
 
von Anke Kumbier, Gäubote Herrenberg, 29.10.2015
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Neblig, trüb und feucht zeigt sich der Morgen um 7.15 Uhr, als Polizisten und Lehrer mit der unangekündigten Fahrradkontrolle vor den Markwegschulen im Schießtäle in Herrenberg beginnen.


Jedes Jahr organisiert Lutz Rasemann, Verkehrsbeauftragter des Andreae-Gymnasiums (AGH), im Herbst eine Überprüfung der Räder. Im Sinne von "Vision Zero" möchte er die Zahl der Verkehrsgefahren und -unfälle vermindern und deshalb den Schulweg sicherer machen. Jeweils ein Polizeibeamter und ein Lehrer bilden zusammen ein Kontrollteam. An insgesamt sechs Stellen nehmen sie die radelnden Schüler des AGH, der Jerg-Ratgeb-Schule und der Vogt-Heß-Schule in Empfang. Rasemann ist in seinem Element, er begrüßt die Jugendlichen und weist sie freien Stellen zu. Routiniert beugen sich die Polizisten über die Fahrräder, inspizieren die Beleuchtung, die Speichenreflektoren oder Reifenreflexstreifen, die Klingel, die vorderen und hinteren Reflektoren und die Bremsen. Kommt es zu einer Beanstandung, so schreiben die Lehrer den Namen des Jugendlichen und die Mängel an seinem Fahrzeug auf.

Zeitumstellung nicht bedacht

"Eigentlich wäre eine Kontrolle bei Dunkelheit besser, denn die Hauptgefährdung liegt im unbeleuchteten Fahren", kritisiert Polizeihauptkommissar Sebastian Ludwig. Denn obwohl es grau und ungemütlich ist, ist es doch schon hell. Ein Vorder- und Rücklicht muss zwar am Rad vorhanden sein, bei Stecklichtern reicht es aber aus, wenn die Ansteckvorrichtung angebracht ist. Die Lampen selbst müssen die Schüler nicht dabei haben. "Wir haben die Zeitumstellung nicht beachtet", meint Rasemann dazu.

Veronika Gerlach, Gesamtelternbeiratsvorsitzende, fügt hinzu, dass sie bei der Vorbesprechung keinen anderen Termin gefunden hätten. "Nach den Herbstferien fahren viele Schüler mit dem Bus, deshalb wollten wir es noch davor machen." Sie hofft, dass den Radlern trotzdem bewusst ist, wie wichtig das Licht ist. Gerlachs Aufgabe besteht an diesem Morgen darin, die ankommenden Fahrräder zu zählen und zu schauen, wie viele Schüler einen Helm tragen und welche anderen Fortbewegungsmittel neben dem Rad genutzt werden. Das können Cityroller, Long-boards oder Pennyboards sein. Sie zählt 91 Radfahrer, wovon 63 einen Helm tragen, was einer Quote von rund 70 Prozent entspricht. Acht Schüler kommen mit Boards oder Cityrollern an. "Hier sollte man den Eltern den Tipp geben, dass die Boardfahrer Reflektorbänder tragen", äußert sich Thomas Härther vom Ordnungsamt der Stadtverwaltung. Denn oft seien die
Boardfahrer mit hoher Geschwindigkeit unterwegs und im Dunkeln oder der Dämmerung schwer zu erkennen.

In der Stoßzeit von 7.20 bis 7.30 Uhr haben die Teams immer etwas zu tun. Vor den einzelnen Kontrollen bilden sich kleine Schlangen. Die Schüler warten jedoch geduldig. Mit den Worten "alles dran, was dran sein muss", werden sie weitergeschickt. Fallen diese oder ähnliche Worte nicht, so erwartet die über 14-Jährigen eine Anzeige und einen Bußgeldbescheid. "Seit neun Jahren geben wir die Zettel, welche die Lehrer ausfüllen, direkt an das Landratsamt, das dann die Bescheide verschickt", erklärt Rasemann. "Meist müssen die Schüler zwischen zehn und 20 Euro zahlen", weiß Härther. Bei einer Schülerin, die noch unter 14 Jahren ist, fehlen die Reflektoren. "Meine Eltern bekommen jetzt einen Brief, in dem steht, dass mein Rad neue Reflektoren braucht", erzählt sie. Innerhalb von zwei Wochen muss beim Verkehrsbeauftragten der jeweiligen Schule nachgewiesen werden, dass die Mängel behoben wurden. Ein anderer Schüler darf sein Rad nach der Kontrolle nur noch schieben, da es nicht verkehrstüchtig ist. "So ein Pech, eigentlich fahre ich immer mit einem anderen", kommentiert er seine Situation. "Letzte Woche haben wir einen kostenlosen Fahrradcheck angeboten, kleinere Reparaturen konnten die Schüler ebenfalls machen lassen", erzählt Rasemann, der neben seiner Tätigkeit am AGH Projektleiter von Verkehr und Mobilität des Landesinstituts für Schulsport Baden-Württemberg und Mitglied des Pädagogischen Beirats der Verkehrswacht ist. Dass in nächster Zeit eine Kontrolle ansteht, wurde sogar angekündigt. Dennoch erhalten vier Schüler der JRS Anzeigen und sieben Schüler bekommen einen Mängelbericht an die Eltern geschickt. Beim AGH gibt es neun Anzeigen und einen Brief an die Eltern. Am häufigsten fehlten die vorderen und hinteren Reflektoren sowie die Speichenreflektoren. Im Vorjahr begutachtete die Polizei 67 Räder, wovon 16 beanstandet wurden und zehn Schüler eine Anzeige erhielten.

(Artikel erschienen am 29.10.2015 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Die Schulradler haben sich auf den Weg gemacht
 
Herrenberg: Neues Projekt am Markweg-Bildungszentrum für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
 
von Thomas Morawitzky, Gäubote Herrenberg, 23.09.2015
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Seit zehn Jahren gibt es sie, die Schulbusbegleiter des Schulzentrums Markweg in Herrenberg. Geschult in Theorie und Praxis sorgen sie dafür, dass es in den Bussen, die die Grundschüler, Realschüler und Gymnasiasten befördern, gesittet zugeht. Neu sind nun die Schulradler: Begleiter auf einem anderen Schulweg.

2015-09 Schulradler 01 web

 Neue Begleiter auf dem Weg zur Schule: Die Schulradler starten im Markweg       GB-Foto: Holom

„Die Schulradler - Gemeinsam auf zwei Rädern" ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden Württemberg, eines Vereins, der vor fünf Jahren mit Unterstützung der Landesregierung gegründet wurde. Das Ziel ist klar: Viele Kinder und Jugendliche kommen, wenn nicht mit dem Bus, dann mit dem Auto zur Schule, werden gefahren - mit dem Elterntaxi. Das Projekt will das verringern, die Luft sauber halten, den Straßenverkehr stressfrei, die Schüler fit, der frischen Luft nicht abgeneigt erziehen. Und es will Unfällen vorbeugen, die Verkehrserziehung intensivieren.

Hilfe zur Selbsthilfe

Im Schulzentrum Markweg wird Verkehrserziehung seit jeher großgeschrieben - also klinkte es sich nun auch erstmals in dieses Projekt ein, vorerst nur für zwei Wochen nach Ferienende: Die kältere Jahreszeit steht vor der Tür, die Zahl jener, die gerne in die Pedale treten, geht zurück. Aber im nächsten Jahr sollen die Schulradler wiederkommen, nach den Sommerferien sicher, sehr wahrscheinlich auch schon im Frühjahr. Das Projekt will Hilfe zur Selbsthilfe leisten: Schüler der Klassenstufe fünf sollen betreut ihren Schulweg mit dem Fahrrad kennenlernen, jede gefährliche Kurve, jede Steigung, Ampel, Senke, so dass sie bald schon alleine aber sicher zur Schule radeln können. Gruppen radelnder Schüler sollen entstehen, am besten weiter bestehen. Angeleitet, geführt und begleitet werden sie nun noch für eine Woche von älteren Schülern oder Erwachsenen: In kleinen Konvois ziehen sie zur Schule hin. Sechs solcher Gruppen gibt es bislang, elf Begleiter - drei von ihnen sind Eltern, neun ältere Schüler.

Die Schulradler treffen sich an festen Plätzen in Gültstein, Haslach, Deckenpfronn, Kuppingen, Affstätt und Nufringen, vereinbaren untereinander, enstprechend ihrem Stundenplan, die Rückfahrt aufs Dorf. Die größte Gruppe, jene, die aus Kuppingen kommt, zählt 13 Schüler. In den kleinsten Gruppen radelt manchmal nur ein Schüler oder eine Schülerin: Auch wer aus Gültstein oder Deckenpfronn kommt, erhält Begleitung auf dem Schulweg. „In der Regel", so die Haslacherin Nicola Reitzenstein, Elternbeiratsvorsitzende des AGH, „wissen die Kinder nicht, wie man außerhalb des Ortes sicher als Gruppe fährt." Sie lernen es, sie üben noch - einen kleinen Unfall gab es in der ersten Schulradlerwoche, ein Kind stieß sich am Fahrrad eines anderen: Auch in Gruppen fahren will gelernt sein.

Die Schulbusbegleiter dagegen gibt es im Markweg lange schon, sie sind das Erfolgsmodell in Sachen Verkehrsprävention am Schulzentrum. Das zehnte Bus-Projekt, wie die Radgruppen gemeinsam von Andreae-Gymnasium, Jerg-Ratgeb-Realschule und Vogt-Heß-Schule realisiert, hat begonnen, in dieser Woche erhalten fünfte Klassen aus allen Schulen die Schulung, die sie zu Busbegleitern macht. Auch in den Bussen gibt es Gedrängel und Geschubse. Die Schulbusbegleiter, längst schon etabliert im Schulwegalltag, halten dagegen - und schützen die Fahrzeuge damit auch vor Vandalismus. Erfahrene Busfahrer erklären ihnen, wie. Die letzte Schulung dieses Jahres findet heute statt, an allen drei Schulen.

(Artikel erschienen am 23.09.2015 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

 

Ältere Schüler begleiten Fünfer mit dem Fahrrad
 
Herrenberg: Neues Verkehrspräventionsprojekt der Markweg-Schulen startet im September
 
von Petra Gieseler, Gäubote Herrenberg, 15.07.2015
 
betreuender Lehrer: Hermann Rösch

Mit der fünften Klasse kommt die Freiheit. Kinder, die ihr neues Schuljahr am Andreae-Gymnasium, der Vogt-Heß-Werkrealschule oder der Jerg-Ratgeb-Realschule beginnen, können vorn ersten Tag an mit dem Rad zur Schule fahren. Dass das problemlos funktioniert, dafür sorgen die Schul-Radler-Begleiter. Ältere Schüler begleiten die Kinder von zu Hause bis zur Schule und wieder zurück.

2015-07 Aeltere-begleiten-Fuenfer 01 web

 Die Schüler vorneweg und die Erwachsenen freuen sich über das neue Projekt Schul-Rad-Begleiter. Hinten von links:
Lutz Rasemann (AGH), Veronika Gerlach (Elternbeirat), Dr. Gudrun Schickler (Rektorin AGH),
Brigitte Ohmenzetter (Konrektorin Vogt-Heß-Werkrealschule), Hermann Rösch (Jerg-Ratgeb-Realschule)
sowie die Vertreter des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Frank Hinner und Gerhard Puscher.                                  GB-Foto: Holom

 

Wach und konzentriert können die Schulneulinge im Markweg-Schulzentrum ihren Tag beginnen. Sie haben sich bis zum ersten Ton der Schulglocke bereits an der frischen Luft bewegt. Dank Schul-Radler-Begleiter auch vollkommen sicher. Das macht Mut, stärkt die Sozialkompetenz und ist gut für die Umwelt. Der Eltern-Taxi-Stau soll Geschichte sein. Die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen rief die Aktion Schul-Radler bereits im Jahr 2011 ins Leben. Das neue Verkehrspräventionsprojekt der Herrenberger Markweg-Schulen wird in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Ludwigsburg, dem Herrenberger Gesamtelternbeirat sowie dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Herrenberg durchgeführt.

Drei Wochen Begleitung

In einem Pressegespräch stellten die Markweg-Schulen ihr Präventionsprojekt vor. Dr. Gudrun Schickler, Leiterin des AGH, begrüßte Brigitte Ohmenzetter, Konrektorin der Vogt-Heß-Werkrealschule und dortige Verkehrsbeauftragte, Lutz Rasemann für das Andreae-Gymnasium und Hermann Rösch für die Jerg-Ratgeb-Realschule sowie aus der Abteilung Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, die Referenten Gerhard Puscher und Frank Hinner. Als künftige Schul-Radler-Begleiter sind künftig vom AGH Denise, Schülerin der Jahrgangsstufe eins, aus Affstätt, Benjamin; Hannah und Tim aus Kuppingen und Lukas aus Haslach für die Neuzugänge der Schulen da. Die Jerg-Ratgeb-Schule besuchen Ronny aus Gültstein, Benjamin und Anna aus Nufringen. Ab der siebten Klasse Gymnasium und der achten Klasse Realschule können sich die Jugendlichen als Schul-Rad-Begleiter ausbilden lassen. Zu diesen Schülern gesellt sich auch ein Vater, der ohnehin seine Tochter aus der Kernstadt zum Gymnasium begleitet. 28 neue „Fünfer" werden vom ersten Schultag an mit von der Partie sein. Drei Wochen lang werden sie begleitet, dann können sie den Weg in der Regel alleine sehr gut bewältigen.

„Nachhaltige Mobilitätserziehung in der Praxis" ist die Parole. „Die Eltern sind heutzutage fürsorglicher als früher. Dabei gehört es zum Fahrradfahren dazu, dass man sich auch mal die Knie aufschürft", sagt Gerhard Puscher, Polizist und einer der Referenten des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Auch Gesamtelternbeirätin Veronika Gerlach bestätigte diese Aussage: „Die Sorge der Eltern ist auch deswegen heute größer, weil sie selbst Weniger fahren." Doch Radfahren ist nicht nur Bewegung. Radfahren ist umweltfreundlich, macht fit und stärkt die Abwehrkräfte und gehört ins Konzept einer nachhaltigen Mobilitätserziehung, wie dem Flyer „Die Schul-Radler – gemeinsam auf zwei Rädern" zu entnehmen ist.

An vereinbarten Punkten innerhalb des Wohnortes werden die Fünfer eingesammelt, und gemeinsam geht's zu den Schulen. Die Begleitpersonen haben zuvor eine Ausbildung durch die Polizeidienststelle absolviert. Auf der Strecke von Kuppingen nach Herrenberg zum Beispiel begleitet Hannah, 13 Jahre, die Neuzugänge zu den weiterführenden Schulen. Vier Kilometer lang ist die Strecke und alleine nicht ganz ungefährlich. Etwa fünf bis zehn Minuten braucht Hannah, bis sie in der Schule ist. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass es stetig bergab geht. Auf einer solchen Strecke sind richtige Bremsen und das Beachten der Geschwindigkeit wichtig. „Aber es macht keine großen Umstände", kann Hannah beruhigen. Auch Dr. Gudrun Schickler ist es wichtig zu betonen, dass die Eltern getrost sein können, dass ihre Kinder behütet zur Schule gelangen. In das Projekt eingebunden sind die Orte Haslach, Kuppingen, Nufringen, Deckenpfronn, Jettingen und Oberjesingen.

Für Denise gibt es eine gefährliche Stelle auf den Wegen zu den Schulen. „Ich fahre 365 Tage im Jahr", sagt sie und kennt sich somit gut aus. An der Zufahrt zum Kaufland seien Unregelmäßigkeiten des Straßenbelages und der Randbefestigung zu erspüren. Lutz Rasemann konnte dem entgegnen, dass diese Schadstelle bereits aufgenommen und in Arbeit sei.

Die Referenten des Polizeipräsidiums zeigten sich erfreut darüber, dass es so viele engagierte Schüler gibt, die sich als Schul-Rad-Begleiter ausbilden lassen. Dass sich diese präventive Maßnahme positiv auf das Fahrverhalten der Anfänger ausübt, ist erwiesen. Alle Teilnehmer sollen mit Warnwesten ausgestattet werden. Sponsoren hierfür sind willkommen.

„Ich hoffe, dass das Projekt erfolgreich und zur Tradition wird", so Dr. Schickler. Der Campus Markweg wird in die Herrenberger Verkehrsgeschichte eingehen können. Auch Konrektorin Ohmenzetter pflichtet bei, dass dieses Vorhaben eine Besonderheit sei.

 

(Artikel erschienen am 15.07.2015 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).