Schulprojekte
Hier sind Projekte aufgeführt, die nicht einzelnen Klassen oder Fachbereichen zugeordnet sind, sondern eher für die gesamte Schule gelten.

Dieser Bereich ist Teil des Lehrerzimmers. Es ist frisch renoviert und neu gestaltet, ebenso wie der Verwaltungsbereich und drei Klassenzimmer. GB-Foto: Vecsey
Im Sommer brütend heiß, im Winter klirrend kalt und immer beengt: Viele Schüler der Jerg-Ratgeb-Realschule mussten etliche Schulstunden im vergangenen und diesem Jahr in Containern verbringen. Drinnen fehlt es beträchtlich an Platz. Und dass mit der Renovierung einer Etage, die Ebene 60 genannt wird, auch noch drei Klassenzimmer für ein Jahr weggefallen sind, hat es nicht besser gemacht. Zumindest die haben die Schüler ab Montag wieder zurück. „Damit löst sich zwar unser Platzproblem noch nicht", meint Schulleiter Alexander Riegler zu seinen Schützlingen, „aber die schönen, frisch renovierten Klassenzimmer motivieren euch bestimmt dennoch."
Es ist der Tag der Einweihung der frisch fertiggestellten Etage. Die ist seit Beginn des Umbaus vor einem Jahr nicht mehr wiederzuerkennen. Die Flächenaufteilung ist eine andere als zuvor. Es wurden Wände entfernt, neue eingezogen, die Räume sind hell und modern. Beachtlich ist die Gestaltung des Verwaltungsbereichs und des Lehrerzimmers. Letzterem wird diese Bezeichnung nicht gerecht. Es ist mehr eine Lehrerabteilung mit Arbeitsplatzgruppen, einem sehr gemütlichen Pausenzimmer mit Küche, und voneinander getrennten Bereichen, in denen auf Sofas in kleinen Gruppen konferiert oder auch schallgeschützt mit Eltern telefoniert werden kann. Auch die Schüler können nicht klagen, die neu gestalteten Räume sind einladend und jeder verfügt über einen großen Bildschirm, der die Kreidetafel nicht ersetzt, aber mit dieser kombiniert ist. „Hier fühlt man sich gar nicht mehr wie in einer Schule, sondern wie in einem hippen Unternehmen", staunt Oberbürgermeister Nico Reith, der zum Mikrofon greift, nachdem die schuleigene „SieBand" für die musikalische Einstimmung gesorgt hat. „Bildung ist ein hohes Gut. Diejenigen, die sie vermitteln, brau¬chen auch entsprechende Räume. Das ist ein Zeichen von Wertschätzung."
"Hier fühlt man sich gar nicht mehr wie in einer Schule, sondern wie in einem hippen Unternehmen" OB Nico Reith
Und die Lehrkräfte durften im Vorfeld auch rege mitentscheiden. „Da gibt es dann einen Bedarfsplan und einen Wunschzettel", erinnert sich der zuständige Architekt, Oliver Hess, von Hessarchitektur aus Gäufelden. „Und wir tüfteln dann aus, wie das alles machbar ist, ohne dass wir anbauen müssen." Bauen im Bestand sei eine Herausforderung, betont er. Im August letzten Jahres haben die Bauarbeiten damit begonnen, die Etage in den Rohbauzustand zurückzuversetzen. Hinzugekommen sei eine Schadstoffsanierung, denn in den 60 Jahre alten Wänden und Decken sei einiges zum Vorschein gekommen. „Eine weitere Überraschung war, dass viele Leitungen durch die Wände des Altbaus verlaufen sind, die völlig kaputt waren. Die mussten erneuert werden, was uns etwa drei Wochen gekostet hat." Entsprechend hätten sich die anderen Gewerke ebenfalls verzögert. Dann habe endlich die Decke bearbeitet werden können. Unter der Schallschutzdecke wurde eine Brandschutzdecke versteckt. „Wir haben das ganze Jahr durch gearbeitet. Da hat Herr Riegler ab und zu geschwitzt", so der Architekt, „denn wenn bei Bauarbeiten gehämmert und gedübelt wird, ist das ein Erlebnis für alle Etagen." Ohne Lärm keine Sanierung, dafür hätten alle Verständnis gehabt. Die besonders lauten Arbeiten seien auf die Samstage gelegt worden.
Man kam aneinander vorbei und die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt, das bekräftigt auch der Schulleiter. „Wir Lehrer hatten keine Ahnung von der Sache, dafür aber viele Wünsche und Ideen", gesteht er. Ziel sei gewesen, mit den vorhandenen Ressourcen möglichst effizient umzugehen und ein stimmiges Konzept zu erzielen. „Da haben wir oft die Köpfe über den Plänen aneinandergestoßen. Die Zusammenarbeit war eine tolle Erfahrung."
Etliche Gäste sind gekommen, um sich das Endergebnis anzusehen, auch Gemeinderäte und Kollegen der benachbarten Schulen. Die Anerkennung steht ihnen in die Gesichter geschrieben, als sie mit staunenden Blicken die neu gestaltete Etage inspizieren. Und was den Oberbürgermeister besonders freut: Das gute Ergebnis ließ sich mit einem Preis erzielen, der unter der ursprünglichen Kostenkalkulation liegt. Gerechnet hat die Stadtverwaltung mit 1,9 Millionen Euro, und es wurden schließlich nur 1,7. Auch erwähnt er dankend die 860 000 Euro än Fördergeldern vonseiten des Landes. Und weil man so schön sparsam war, springt sogar noch ein Gutschein für Schulleiter Riegler heraus. Den überreicht ihm Nico Reith für die Anschaffung von weiterer Ausstattung nach Gusto der Schule. Und das ist nicht alles, was der Schulleiter bekommt. Vom Architekturbüro kriegt er natürlich noch den Schlüssel zu den neuen Räumen: Er ist etwa einen Meter lang, einen halben breit und besteht aus frischem Hefeteig.
(Artikel erschienen am 18.07.2025 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Mit der „Rausch-Brille" auf der Nase bekommen die Schüler einen Eindruck davon,
wieso sie besser nicht betrunken Fahrrad fahren sollten. GB-Foto: Vecsey
Eine Schülerin des Andreae-Gymnasiums schafft es nicht mehr, im Slalom um Verkehrshütchen zu laufen. Sie torkelt vor sich hin, schmeißt Hütchen um. Und auf dem Strich auf dem Boden zu balancieren, klappt erst recht nicht. Am Ende des winzigen Parcours nimmt sie die Rausch-Brille ab. „Wow, das ist ja echt heftig", ruft sie. In ihrem zarten Alter dürfte sie wohl noch nie einen Vollrausch gehabt haben. Die Brille aber simuliert die veränderte Wahrnehmung. „Ich dachte, man sieht damit doppelt, aber es ist alles total verzerrt" Die Schüler lieben diese Station. Für sie ist es Gaudi. Aber es steckt ein ernstes Thema dahinter. Sie sollen befähigt werden, sich sicher und verantwortungsvoll im Straßenverkehr bewegen zu können. Fahrrad fahren zu können, ist nämlich nur die halbe Miete. Im Straßenverkehr kann man mit dem Fortbewegungsmittel, das in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger wird, auch einigen falsch machen. Dass man nicht betrunken fahren darf, wussten die Jugendlichen. Es gibt aber auch weniger offensichtliche Aspekte, für die sie sensibilisiert werden sollen. Und über diese staunen sie nicht schlecht am schulübergreifenden Verkehrssicherheits-tag der 8. Klassen von Andreae-Gymnasium und Jerg-Ratgeb-Realschule. Die Vogt-Heß-Gemeinschaftsschule ist normalerweise auch dabei, beim jährlichen Event, hat dieses Mal aber zeitgleich einen Berufsinfomationstag.
"Viele sind überrascht, dass da ja wirklich ein großer Bereich ist, den der Autofahrer gar nicht sieht" Stefan Halanke
Für die Organisation sind die Lehrer Zoltan Borlan (Verkehrsbeauftragter des AGH) und Dominik Kirgis (Verkehrsbeauftragter an der JRS) zuständig. „Es ist ganz schön viel Arbeit, einen solchen Tag vorzubereiten, denn der normale Unterricht muss ja trotzdem laufen", sagt Zoltan Borlan. Dennoch habe man die üblichen Partner, von Fahrschulen bis zur Polizei, auch dieses Jahr für den Projekttag rund um Fahrrad, Bus und E-Scooter gewinnen können. Und auch die Schulsanitäter sind mit im Boot.
„Wir müssen immer wieder sagen: ,Seid still und passt auf!`", sagt die 17-jährige Schulsanitäterin Gina. „Die meisten Klassen sind ganz schön chaotisch." Aber sie und ihre Mitstreiter haben alles im Griff. Sie wissen, wie sie die Aufmerksamkeit gewinnen. „Also, es gab einen Unfall", beschreibt sie das Szenario. „Und hier geht es nicht nur um einen Kratzer. Da spritzt richtig das Blut raus!", betont sie und deutet auf den Arm ihrer Mitsanitäterin, die das Opfer spielt und sich gleich verbinden lassen darf. „Was würdet ihr tun?" Einige Antworten sind sehr treffend: Den Arm hoch lagern, einen Druckverband anlegen. Später dürfen die Jugendlichen in kleinen Gruppen selbst ihr Glück mit Verbänden und Pflasterstreifen versuchen.
Währenddessen weist Peter Würffell vor dem Gebäude seine zweite Schülergruppe ein. Er ist Vorstandsmitglied des ADFC und Radtourenleiter. Mit ihm geht es im Klassenverbund auf Drahteseln als große Gruppe auf eine kleine Tour durch die Stadt. „Wenn man im Verbund fährt, müssen sich alle an Regeln halten, ohne die es gefährlich wird", erklärt er. Das wichtigste Zeichen sei die erhobene Hand. Das bedeutet: Die Kolonne muss anhalten. Damit es auch die Hintersten sehen und nicht auffahren, muss das Signal bis nach hinten weitergegeben werden. Ebenso wichtig: zusammenbleiben. „Eine Gruppe ab 15 Teilnehmern hat Sonderrechte", erklärt er. „Wenn eine grüne Ampelphase auf Rot schaltet, während die Gruppe über die Ampel fährt, dürfen die Letzten auch noch drüber." Aber das funktioniere nur, wenn die Gruppe auch als solche erkennbar sei und sich keine großen Abstände bilden. „Die letzte Klasse war sehr aufmerksam und motiviert", freut er sich. Da ahnt er noch nicht, dass er mit ein paar Kandidaten dieser Gruppe noch Probleme bekommen wird. Ein Schüler stört massiv und macht keine Anstalten, der Regel-Erläuterung zu folgen. Bei allem guten Willen sieht Würffell irgendwann keine andere Möglichkeit mehr, als ihn von der Tour auszuschließen. Die dann auch noch provokative, respektlose Reaktion des Schülers lässt er ungerührt über sich ergehen. Er freut sich lieber über die anderen Jugendlichen, die offensichtlich Spaß an der Tour haben.
Die Polizei macht deutlich schönere Erfahrungen an ihrer Station: „Die Schüler sind interessiert und stellen viele Fragen", freut sich Jens Knobb, Referat Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. „Bei uns geht es um das Thema E-Scooter." Einen haben er und seine Kollegin sogar mitgebracht, damit die Schüler ihn ausprobieren können. Und sie sind begeistert. „Das ist natürlich genau die Zielgruppe", meint Knobbe und lacht. E-Scooter seien gerade absolut im Kommen, der Trend habe sich über die letzten Jahre sehr verstärkt. Umso wichtiger sei, die Schüler zu sensibilisieren. „Gefahren wird auf dem Radweg, oder, wenn es keinen gibt, auf der Straße. Aber der Gehweg ist nicht zulässig", so der Polizist. Außerdem seien die Roller oft nicht versichert, manche dafür aber getunt. Auch da können empfindliche Strafen drohen, von denen die Besitzer vielleicht nichts ahnen, wenn sie sich ein derartiges Gefährt zulegen. „Die Roller zu tunen ist außerdem auch gefährlich. Die werden auch so schon recht schnell und es gibt immer häufiger schwere Unfälle damit." Dem wollen die beiden mit Aktionen wie dieser vorbeugen.
An anderen Stationen wird das richtige Abnehmen des Helms bei Verletzten geübt, Herbert Däuble vom gleichnamigen Busuntemehmen aus Deckenpfronn schult die Jugendlichen im Verhalten im Fall eines Unfalls oder Brands im Bus, und auf dem Hof der Fahrschule Halanke lernen sie etwas über den toten Winkel. Die Schüler dürfen raten, wo der Bereich ist, den der Autofahrer nicht sehen kann und Tennisbälle in diesen legen. Dann testen sie vom Fahrersitz aus, ob sie richtig lagen. „Viele sind überrascht, dass da ja wirklich ein großer Bereich ist, den der Autofahrer gar nicht sieht", erklärt Stefan Halanke. Auch in Herrenberg gebe es einige kritische Stellen. „Beim Kaufland zum Beispiel gibt es einen Zebrastreifen, über den oft Radfahrer fahren, wenn gerade ein Bus darüber abbiegen will." Und der sehe das Fahrrad unter Umständen nicht. Das dürfte zumindest den Schülern nun bewusst sein.
(Artikel erschienen am 11.07.2025 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).
Bericht über die Anschaffung eines Bambulab P1S
betreuender Lehrer: Johannes Hilscher
Der Fachbereich Technik der Jerg-Ratgeb-Schule in Herrenberg freut sich über die Anschaffung eines neuen Bambulab P1S 3D-Druckers. Diese Investition stellt einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung der technischen Ausstattung dar und ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, ihre technischen Fähigkeiten weiter auszubauen und praxisnah zu vertiefen.
Der Bambulab P1S überzeugt durch seine hohe Druckqualität, seine Geschwindigkeit und seine Benutzerfreundlichkeit. Durch die Integration dieses Geräts in den Unterricht können die Schülerinnen und Schüler moderne Fertigungstechniken kennenlernen und eigene Projekte in die Realität umsetzen. So wird nicht nur die technische Kompetenz gestärkt, sondern auch die Kreativität und das lösungsorientierte Arbeiten gefördert.
Der Bambulab P1S ergänzt außerdem ideal den bestehenden MakerSpace der Jerg-Ratgeb-Schule. Mit seiner fortschrittlichen Technologie bietet er zusätzliche Möglichkeiten zur Umsetzung kreativer Projekte und erweitert die technischen Möglichkeiten für alle Nutzerinnen und Nutzer.
Ein herzlicher Dank gilt der Vektor Stiftung sowie dem Förderverein der Jerg-Ratgeb-Schule, die diese Anschaffung durch ihre großzügige finanzielle Unterstützung ermöglicht haben. Ohne dieses Engagement wäre die Umsetzung dieses Projekts nicht möglich gewesen. Die Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Technik-Team der Schule sind äußerst dankbar für diese wertvolle Unterstützung und freuen sich darauf, den Bambulab P1S in vielfältigen Projekten einzusetzen.
Der Fachbereich Technik Jerg-Ratgeb-Schule Herrenberg!
(Johannes Hilscher)
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PARIS – on y va!
betreuende Lehrkräfte: Martin Strübin, Silke Krämer, Ina Peter, Anja Pfeifer
Am 6. Mai 2025 startete unsere Studienfahrt nach Paris. Insgesamt waren 46 JRSler (43 Schülerinnen und Schüler und drei Lehrerinnen – Frau Pfeifer, Frau Krämer und Frau Peter) mit dem TGV unterwegs in die Hauptstadt Frankreichs.
Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgestellt hatten, mussten wir uns beeilen, um rechtzeitig das Boot für unsere Bootsrundfahrt auf der Seine zu erreichen. Hierbei konnten wir viele Sehenswürdigkeiten bestaunen. Im Anschluss durften wir mit dem Aufzug bis zur dritten Etage des Eiffelturms fahren und uns von oben einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Das Glitzern zu jeder vollen Stunde am Abend hat uns besonders gut gefallen.
Der zweite Tag startete für uns im „Stade de France“. Nach einer ausführlichen Stadiontour bewegten wir uns Richtung Montmartre, wo wir den Straßenkünstlern zuschauten. Gemeinsam besichtigten wir Sacré-Coeur.
Im Anschluss sind wir „runter“ in die Stadt gelaufen, wo wir noch einen Besichtigungstermin im Centre-Pompidou hatten. An diesem Tag sind wir tatsächlich die Distanz eines Halbmarathons gelaufen – über 21 Kilometer!
80 Jahre nach Kriegsende (8.Mai 2025) wurde in Paris groß gefeiert – und wir mittendrin: Die Champs-Elysées wurde für die Feierlichkeiten gesperrt, aber wir haben es trotzdem rechtzeitig geschafft, ein großes Stück der ehemaligen Prachtstraße entlang zu flanieren. Beeindruckend fanden wir auch das ehemalige Stadtschloss „Louvre“. Nach einer ausgiebigen Mittagspause bei „les Halles“, besichtigten wir noch gemeinsam die wiedereröffnete Notre-Dame. Auch an diesem Tag zeigten unsere Smartwatches, dass wir ca. 20 km gelaufen sind.
Am 9. Mai 2025 hieß es schon wieder „Au revoir Paris“ und 46 müde, aber glückliche JRSler traten die Rückreise an.
Wir bedanken uns herzlich beim Förderverein für die großzügige Unterstützung unserer Studienfahrt nach Paris! Merci!
(Ina Peter)
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Anschaffung eines zweiten Lasercutters für den Fachbereich Technik
verantwortlicher Lehrer: Johannes Hilscher
Dank der großzügigen Unterstützung der Vektor Stiftung und des Fördervereins der Jerg-Ratgeb-Realschule konnte der Fachbereich Technik einen zweiten Lasercutter der Firma Mr Beam samt Absaugung anschaffen. Diese Investition ermöglicht es, den Technikunterricht noch praxisnaher und moderner zu gestalten.
Der neue Lasercutter erweitert die bereits vorhandenen Möglichkeiten im Bereich der digitalen Fertigung. Schüler*innen können nun ihre eigenen Entwürfe präzise umsetzen und ihre Projekte noch kreativer gestalten. Besonders profitieren die Technikgruppen von der höheren Verfügbarkeit des Geräts, da Wartezeiten reduziert und mehrere Projekte parallel realisiert werden können.
Ein herzlicher Dank gilt der Vektor Stiftung sowie dem Förderverein, die diese Anschaffung erst möglich gemacht haben. Durch ihre Unterstützung wird die technische Bildung an unserer Schule erheblich aufgewertet und zukunftsorientiert ausgebaut.
(Johannes Hilscher)
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Abdullah Yildrim und Ayla Kolar reden mit den Schülern im jüdisch-muslimischer Workshop über Antisemitismus. GB-Foto: Holom
Demokratie hat viele Facetten, stellt viele Herausforderungen, auf vielen Ebenen. Zum zweiten Mal nutzte die Herrenberger Jerg-Ratgeb-Schule ihre Alternative Schulwoche dazu, dieses große Thema zu erkunden. Seit Montag beschäftigten sich Schüler in verschiedenen Formaten mit verschiedenen Aspekten einer Gesellschaft, die Gleichheit und Meinungsvielfalt zu ihren Grundsätzen zählt.
Eine alternative Schulwoche gibt es an der Jerg-Ratgeb-Schule seit Jahren schon. Klassen beschäftigen sich mit verschiedenen Themen. Workshops mit externen, Kräften finden statt. Die Schüler der neunten Klassen nehmen an diesen Tagen teil am sogenannten „Mutmacherseminar", das der Berufsvorbereitung dient. Nicht Berufsfelder, Arbeitsmarkt stehen hier im Mittelpunkt, sondern die besonderen Stärken der Schüler, ihre Persönlichkeit. Sie lernen sich selbst besser kennen und wissen später vielleicht besser, welchen Beruf sie ergreifen möchten. Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Gemeinschaftsgefühl, Resilienz stehen im Mittelpunkt für die Klassen fünf bis sieben - Themen, die zwar nicht unmittelbaren Bezug zum Hauptthema Demokratie besitzen, in einer demokratischen Gesellschaft aber eine große Rolle spielen.
In den Klassen 8 bis 10 der Jerg-Ratgeb-Realschule rückt die Politik nicht nur als Inhalt der Workshops stärker in den Mittelpunkt. Dort findet auch eine Vorbereitung zur sogenannten Juniorwahl statt. Am 19. und 20. Februar, wenige Tage, ehe die wahlberechtigten ausgewachsenen Bundesbürger zur Urne schreiten, werden es die Schüler tun, in einer simulierten Bundestagswahl, die, lokal und bundesweit, auch ausgezählt werden wird. Eine sehr praktische Einführung in die Demokratie.
"Wir mussten manchmal schützend eingreifen"
Alexander Riegler
Zuvor schon setzen sich die Schüler auf unterschiedliche Weise mit Themen wie Rassismus, Sexismus, Mobbing, Fake News und anderen auseinander. „Was heißt hier wir" ist ein Stück der Theatergruppe „eureformation", die im vergangenen Jahr bereits in Herrenberg zu Gast war, mit einer Produktion, die sich Dietrich Bonhoeffer widmete. Nun erleben die 10. Klassen der JRS ein Stück, das sich mit der Frage beschäftigt, was es bedeutet, „deutsch" zu sein.
„Yad be Yad" derweil heißt ein Workshop der Klassen 9 und 10, der an zwei Tagen der Schulwoche stattfindet und bei dem die Schüler sich direkt ins Gespräch mit einem jüdischen oder muslimischen Gegenüber begeben. Das Gespräch findet in der Klasse, aber, auf Wunsch der Work-
shopleiter, unter Ausschluss von Lehrern und Öffentlichkeit statt. „Act now" schließlich sind Workshops, bei denen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe acht gemeinsam mit theaterpädagogischen Kräften die Eskalation von Szenen durchspielen, in denen Sexismus, Rassismus oder Ähnliches eine Rolle spielen.
Die Schüler sitzen im Kreis, füllen ein Klassenzimmer, die Theaterpädagoginnen diskutieren mit ihnen das Spiel, die Ergebnisse, Erlebnisse. Und die Jugendlichen denken nach, prüfen im Gespräch ihre Reaktionen, überlegen, wie eine Gesellschaft besser, fairer werden könnte. Schüler Tim fand den Workshop spannend - und lehrreich: „Wir haben viel erfahren, was im Alltag so durch Gruppenzwänge passieren kann. Ich habe so etwas selbst schon oft erlebt, mit Freunden, aber es eigentlich gar nicht gemerkt."
„Im Alltag gibt es oft einen Gruppenzwang", sagt Annalena. „Schon wenn jemand ausgeschlossen wird, weil er nicht mittrinken will oder etwas nicht essen will. Dann heißt es gleich: Wenn du nicht mitkommst, dann bist du nicht mehr mit uns befreundet." Esina weiß, dass Gruppenzwang positiv oder negativ erfahren werden kann - „Manchmal isst man etwas dann doch mit und findet es total lecker." Sie weiß aber auch, wie unangenehm der Druck sein kann, den eine Gruppe auf den Einzelnen ausübt, oder wie schlimm Ausgrenzungen aufgrund der Herkunft sein können: „Ich wurde in Deutschland geboren", sagt sie, „aber meine Familie stammt aus der Türkei. Ich habe so etwas schon erlebt. Es ist eklig. Man weiß dann nicht, was man tun soll."
„Yad be Yad" heißt, auf Arabisch und Hebräisch, „Hand in Hand" - auf solche Weise antisemitischen und antimuslimischen Vorurteilen zu begegnen, ist der Vorsatz des gleichnamigen Projekts, das seit 2024 vom Kultusministerium des Landes gefördert wird. Abdullah Yildrim und Ayla Kolar sind es, die im Auftrag des Stuttgarter Vereins Kubus nach Herrenberg gekommen sind, um mit Schülern der Jerg-Ratgeb-Realschule über diese Themen zu sprechen. Abdullah Yildrim fiel in diesen Gesprächen auf, wie wenig die Schüler mit der Symbolik der antisemitischen Propaganda, den Verschwörungstheorien vertraut sind, die Juden als bluttrinkende Ungeheuer und Großbankiers zeigen.
„Antisemitische Haltungen", sagt er, „treffen wir eigentlich vor allem an, wenn ein Kind an einer Schule von ihnen betroffen ist. Sonst kommen solche Äußerungen nur aus der rechten Szene." Seit einem Jahr arbeiten Abdullah Yildrim und Ayla Kolar für den Verein Kubus, wurden als Workshopleiter geschult - mit rechtsradikalen Inhalten wurden sie seither nicht selten konfrontiert. Rund 750 Schüler besuchen die Jerg-Ratgeb-Realschule derzeit. Etwa 450 von ihnen in den Klassenstufen 7 bis 10. Alexander Riegler, Rektor der Schule, berichtet, dass derzeit kein jüdischer Schüler die JRS besucht. Im vergangenen Schuljahr war das anders - „Und wir mussten tatsächlich manchmal schützend eingreifen." Auch die Zahl der muslimischen Schüler ist nicht hoch an der JRS. Antimusilimische Haltungen finden sich dennoch häufig.
Abdullah Yildrim und Ayla Kolar befragten die Teilnehmer ihres Workshops nicht zu ihrem religiösen Hintergrund. „Unser klarer Fokus", sagt Ayla Kolar, „liegt darauf, das jüdische und muslimische Leben heute zu zeigen, denn das wird im Unterricht nur wenig behandelt." In Herrenberg, an der Jerg-Ratgeb-Realschule, haben sie mit aufmerksamen und diskussionsfreudigen Schülern sehr gute Erfahrungen gemacht
(Artikel erschienen am 08.02.2025 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

Zum Bergsteigen reichen Helmut Kaulfuß Kräfte nicht mehr, doch das politische Geschehen verfolgt der morgen 90-Jährige noch aufmerksam.
Zwei Diktaturen erlebte der pensionierte Lehrer - erst das Dritte Reich, danach die DDR. GB-Foto: Holom
Am 8. Dezember 1934 wurde Helmut Kaulfuß in Chemnitz geboren, vier Kilometer von der Stadt entfernt wuchs er auf dem Dorf auf, wo er auch die Volksschule be¬suchte. Der Hauswirt, bei dem die Familie Kaulfuß zur Miete wohnte, war im Widerstand gegen die Nationalsozialisten organisiert, mit dem Fahrrad holte dieser Flugblätter in Tschechien ab. Jeden Abend verschloss er die Fensterläden mitsamt der Wohnungstüre und schaltete den Londoner Rundfunk ein, mit dabei war auch immer der junge Helmut Kaulfuß. „Wenn Du etwas davon sagst, dann bin ich ein toter Mann“, nahm der Hauswirt den damals Zehnjährigen in die Pflicht. „Ich habe nichts gesagt, er war wie ein Ersatzvater für mich“ erinnerte sich Kaulfuß, dessen eigener Vater im Kriegsdienst war.
Spätere Ehefrau Helga bereits in der Schule kennengelernt
Die örtliche Volksschule wurde 1944 zum Lazarett umfunktioniert, weshalb sich der Unterricht auf zwei Stunden pro Tag reduzierte und in eine Baracke am Sportplatz verlagerte. An einen Schultag erinnert sich der Jubilar auch 80 Jahre später noch ganz genau: Helmut Kaulfuß hatte gerade den Tafeldienst gemeinsam mit einem Freund beendet, sie traten aus der Baracke heraus, die circa 100 Meter vom nächsten Haus entfernt im freien Gelände stand. „In dem Moment sind die Tiefflieger gekommen und haben angefangen zu schießen. Wir sind um unser Leben gerannt und haben Glück gehabt“, schildert der 90-Jährige.
„Möchtest Du lieber alleine sitzen oder neben dem Mädchen sitzen?“, wurde der damals 16 Jahre junge Helmut von seinem Lehrer vor die Wahl gestellt, als er gegen Ende der zehnten Klasse im sächsischen Mittweida als neuer Mitschüler in die Klasse kam – er entschied sich für den Platz neben dem Mädchen. „Sie ist später meine Frau geworden. Seitdem haben wir wie ein Ehepaar gelebt, bis zu ihrem Tod“, blickt Kaulfuß lächelnd zurück.
Mit ihr gemeinsam studierte Helmut Kaulfuß in Potsdam Geografie und besuchte regelmäßig ihre Verwandtschaft in Westberlin. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass die Staatssicherheit ihn dabei beschatten ließ, bis sie ihn im September 1955 einbestellte. Detailliert dokumentiert wurde Helmut Kaulfuß mit seinen Aufenthalten in Westberlin konfrontiert, er ahnte, dass der Rausschmiss aus der Universität kurz bevorstand.
„An deiner Stelle wäre ich weg, mehr sage ich nicht“, riet ihm eine Freundin, die selbst SED-Mitglied war, unter der Hand. „Am nächsten Tag war ich weg“, fasst Kaulfuß seinen Entschluss zusammen.
Ohne persönliche Habseligkeiten, lediglich mit seiner Aktentasche in der Hand und seinem Stipendium von 120 Ostmark ausgestattet, passierte Helmut Kaulfuß am Bahnhof Griebnitzsee die Kontrolle der Volkspolizei. Nach ein paar Hundert Metern erreichte der Zug Westberlin. „Hier habe ich mein Stipendium von 120 Ostmark im Verhältnis 1:5 umgetauscht, dann hatte ich 24 Mark, und das war mein Start in die freie Welt.“
Im Aufnahmelager Sandbostel in Bremen suchten sich Vertreter aus allen Bundesländern mit einer Liste die von ihnen benötigten Fachkräfte zusammen. Als Flüchtling mit abgebrochenem Studium rechnete Kaulfuß sich keine Chancen aus.
„Das ist ein netter Kerl, kannst Du ihn nicht mitnehmen?“, redete man letztlich dem Vertreter aus Württemberg gut zu, nachdem alle Fachkräfte bereits mitgenommen worden waren. Dieser willigte etwas widerwillig dann doch noch ein.
Während Helmut Kaulfuß nach Oppenau im Renchtal gebracht wurde, kam seine Frau Helga nach Ehingen an der Donau. Den Kontakt zueinander konnten sie derweil über das Telefon der Lagerleitung aufrechterhalten. So konnten sie vereinbaren, dass sie zusammen nach Böblingen entlassen werden wollten, wo Kaulfuß beruflich neu Fuß fasste. Zuerst im Straßenbau, danach im Stahl- und Betonhochbau, hiernach im Lager Sanitär der Firma Reisser, wo er allerdings auch nicht lange blieb, denn ohne Ausbildung sah er für sich keine Chance auf einen gefestigten beruflichen Boden unter den Füßen.
Damit war der Entschluss gefallen, sein nach vier Semester in Potsdam abgebrochenes Studium wiederaufzunehmen, worauf sechs Semester in Tübingen, zwei in England und zwei Semester am pädagogischen Institut in Stuttgart folgten, bis Helmut Kaulfuß die Befähigung zum Volksschullehrer erlangte.
Mit seiner ersten Stelle an der Albert-Schweitzer-Schule in Herrenberg 1963 streifte Helmut Kaulfuß den Status des Flüchtlings endgültig ab, wechselte später an die Jerg-Ratgeb-Realschule Herrenberg, in der er bis 1995 blieb und sich dann aufgrund eines Tinnitus frühzeitig in die Pension verabschieden musste. „Ich bin jeden Tag gerne in die Schule gegangen, aber ich konnte die Schüler nicht mehr verstehen“, bedauert er den frühzeitigen Abschied.
Der Sozialdemokrat Helmut Kaulfuß, dessen Ehrennadel zum 60-jährigen Parteijubiläum ihm im vergangenen Jahr überreicht wurde, kann auf eine stattliche Aufsteigergeschichte zurückschauen.
1997 musste Helmut Kaulfuß von seiner Ehefrau Helga Abschied nehmen, die einer Krebserkrankung erlag. 1953 waren beide zusammen im Berliner Olympiastadion, da entfachte in dem damals 19 Jahre alten Helmut die Leidenschaft für den VfB. Später besuchte das Paar jedes Heimspiel zusammen, und noch heute schnellen seine Arme zu jedem Tor der Stuttgarter in die Höhe. 1999 lernte Helmut Kaulfuß seine zweite Partnerin kennen. Das Paar heiratete zwar nie, verbrachte aber unvergessliche Momente zusammen.
Seit dem Tod seiner Partnerin im März 2024 lebt der rüstige Rentner alleine. Der größte Unterschied zum Verlust seiner Ehefrau ist für Kaulfuß sein Alter. Mittlerweile kann er keine großen Wanderungen mehr unternehmen, auch Bergsteigen lassen seine Kräfte nicht mehr zu. Das Interesse am großen politischen Geschehen hingegen besteht weiter, wovon viele aktuellen und zeithistorischen Bücher zeugen.
Mit zehn Gästen begeht der Jubilar heute seinen Ehrentag im „Römerhof“ in Gültstein.
(Artikel erschienen am 07.12.2024 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).

GB-Foto:gb
Herrenberg - Beim Elternprojekt „f.ü.r." lernten einige Mütter und Väter der Klassenstufe 5 der Jerg-Ratgeb-Realschule (JRS) viel über ein respektvolles und gewaltfreies Miteinander. Der Name des Projekts zur Gewaltprävention steht für „Freunde üben Rücksicht". Die Kinder sollen lernen, auch bei Schwierigkeiten im Umgang miteinander respektvoll und gewaltfrei zu bleiben als wichtiger Beitrag für eine gedeihliche Lernumgebung, in der sich Kinder frei von Sorgen entwickeln können. Dieses Mal ging es um die Ausbildung der Eltern, damit die das Wissen über ein gewaltfreies Miteinander an Schüler und weitergeben können. Die Ausbildung der Eltern wurde durch die Gründer aus Altensteig geleitet. Die Teilnehmer erhielten ein Zertifikat. Die Rückmeldung der Eltern war sehr positiv: „Ich habe viel gelernt - auch für zu Hause." -gb-
(Artikel erschienen am 27.11.2024 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).








