Mediothek
Seit der Eröffnung im November 2008 ist die Mediothek zu einem zentralen Lernort der Jerg-Ratgeb-Realschule in Herrenberg geworden. Die Mediothek bietet auf 120 m2 Grundfläche:
- über 4000 Medien (dies sind Bücher, Hörbücher, CDs, DVDs, Zeitschriften, Tageszeitungen)
- 6 Internet-Recherchearbeitsplätze
- Bestuhlung + Möblierung für Projektarbeitsgruppen bis 30 Personen
- tägliche Öffnungszeiten, die praktisch den gesamten Schulalltag abdecken
- professionelle Betreuung durch zwei Facharbeitskräfte
Die Mediothek versteht sich als Partnerin sowohl der Schüler als auch der Lehrkräfte und fördert das außerunterichtliche selbständige Arbeiten. Die Mediothek ist ein wichtiger Schritt zu einer Schulkultur, die Schülerinnen und Schülern nachhaltig Hilfe beim Lernen anbietet. Die Mediothek wird finanziert vom Förderverein der JRS.


betreuende Lehrerin: Jutta Wiemann
Die Mediothek hat passend zum Thema „Märchen“ im Deutschunterricht der fünften Klassen neben der Märchenrallye, in der die Schüler das Recherchieren in Büchern spielend lernen, eine besondere Aktion angeboten.
Naceur-Charles Aceval, ein Märchenerzähler aus dem Maghreb war zu Gast in der Mediothek
geboren in den 1950er-Jahren in den algerischen Hochebenen, an der Schnittstelle des Nordens und Südens, wo die Nomadenstämme im Frühjahr ihre Zelte aufschlagen und sich die städtische Kultur der Sesshaften mit den Traditionen der Beduinen vermischt. Seine Kindheit verbrachte er in den Nomadenzelten der Familie seiner Mutter. Diese und seine Großmutter haben ihm die Märchen erzählt, mit denen er seither lebt. Sein Repertoire an spannenden Märchen, interessanten Legenden, lustigen Rätseln und nachdenklich stimmenden Weisheitsgeschichten entstammen direkt aus der mündlichen Erzähltradition des Maghreb. Seit über 30 Jahren lebt Charles in Deutschland. Mit seiner warmen Stimme schlägt er mit dem ihm eigenen, ganz besonderen Charme und Humor eine Brücke zwischen den Kulturen.
Schüler und Erwachsene waren verzaubert und für eine Stunde in eine andere Welt entführt worden, in der Tiere noch sprechen konnten, fern in die Sahara in ein Nomadenzelt mit Geschichten, die nicht nur unterhalten, sondern auch den Weg weisen, zum Nachdenken anregen und berühren.
Mit dem Vorschlag, die Geschichten abends den Eltern und Geschwistern zu erzählen und beim Hören der CD, die in der Mediothek auszuleihen ist, Mandalas aus Tausendundeine Nacht zu malen, war die Märchenstunde zu Ende.
„Hört genau zu und tragt die Geschichten weiter. Sie sind nicht nur Wörter, sie sind mehr: Sie sind wie Lebewesen. Durch uns können sie durch Raum und Zeit reisen. Hört genau zu und tragt sie weiter, damit das Wort nicht stirbt".
Der Gärtringer Autor Dirk Traeger lässt sich bei der Arbeit sehr gerne von seiner Zielgruppe über die Schulter schauen. Schüler der Herrenberger Jerg-Ratgeb-Schule waren seine Assistenten, als er „Die Teckritter im 21. Jahrhundert" schrieb. Am Donnerstag kam Traeger in die Schule, um das fertige Buch seinen Helfern zu übergeben.

Traeger hat mittlerweile sieben Bücher veröffentlicht, im eigenen Gärtringer Verlag, unter professionellem Lektorat allerdings - und immer bezog er in seinen Arbeitsprozess Kinder und Jugendliche ein, übergab ihnen sein Manuskript vor Veröffentlichung zur Lektüre. Bislang trug er das Testlesen Schülern aus Sindelfingen, Weil im Schönbuch oder Kornwestheim auf.
In der Herrenberger Jerg-Ratgeb-Schule war Traeger natürlich schon zuvor ein Gast, einer, der las - nun wurde er zu einem, der lesen ließ. Die sechsten Klassen der Schule nahmen das dicke Manuskript von „Die Teckritter im 21. Jahrhundert" mit in die Herbstferien und machten sich mit kritischem Heißhunger an die Lektüre - 30 Kinder meldeten sich freiwillig für diese Aufgabe und übertrafen dabei die Erwartungen ihrer Lehrerinnen bei weitem.
Zu Bäumen erstarrt
„Die „Teckritter im 21. Jahrhundert" handelt von fünf Recken, die in einer Schlacht feige waren, vor 700 Jahren, und die deshalb in Bäume verwandelt wurden. Nun sollen sie wieder menschlich werden dürfen, müssen dazu aber einer allzu selbstbewussten Schülerin bei einem Projekt helfen und mit ihr einen ersten Preis holen. „Ich find's immer spannend, wenn in einem Buch Ritter vorkommen. Und wenn die in unserer Zeit landen und sich dort nicht zurechtfinden, dann wird es lustig", sagt Daniel Kopp, zwölf Jahre alt und einer der Schüler, die das Abenteuer unter die Lupe nahmen. Daniels Name taucht nun, zusammen mit den Namen all der anderen Testleser der Jerg-Ratgeb-Schule, in der Danksagung auf, die Dirk Traeger ans Ende seines Buches stellte.
Einige Sätze von besonders begeisterten Textlesern stehen auch auf dem Umschlag - ein Kommentar von Tim Bischof beispielsweise. Dieser Zwölfjährige jedoch trug noch mehr zum Buch bei; ihm dankt der Autor am Donnerstagvormittag noch ausführlicher, für eine wichtige Anregung: Tim brachte Dirk Traeger auf die Idee, das mittelalterliche Vokabular, das manchmal im Buch verwendet wird, auf ein Lesezeichen drucken zu lassen, das dem Buch beiliegt, und das den jungen Lesern die Lektüre sehr erleichtert.
Farkan Cakici, elf, ist ganz ähnlicher Meinung wie Daniel: „Ich finde Ritter spannend", sagt er. „Wie sie ihr Reich erweitern und erobern! Das ist schon ein sehr großer Unterschied zu heute ... Im Mittelalter trug man Schwerter und Rüstungen aus schwerem Metall."
Mädchen dagegen achteten bei der Lektüre nicht so sehr auf Schwert und Rüstung. „Ich finde das Buch gut", sagt zum Beispiel Emma Sophie Brouilly. „Es gibt darin spannende und witzige Szenen und vor allem kann man etwas lernen, darüber wie das Leben im Mittelalter war." Und auch Derya Jaybat, zwölf Jahre alt, findet das: „Ich fand das Buch sehr schön, witzig und spannend", sagt sie. „Ich habe beim Lesen viel über Ritter gelernt." Derya interessiert sich ohnehin für Geschichte - schon früher hat sie sich an der Schule in einer Gruppenarbeit mit dem Mittelalter beschäftigt.
Florian Wacker und Nelio Vischer, beide elf, erzählen davon, wie sie mit dem Text des Gärtringer Autors arbeiteten. „Wir haben angestrichen, was wir nicht verstanden haben und die Stellen, die wir nicht so gut fanden oder die zu lang waren markiert", sagt Florian. „Dann haben wir uns mit Dirk Traeger getroffen, wir haben kleine Gruppen gebildet, und er hat mit jedem Einzelnen gesprochen."
Tochter zeichnet Illustrationen
Das Ergebnis der intensiven Beratungen mit den Testlesern: Dirk Traegers Ritterroman nahm um rund zehn Prozent ab - schlank war er davor schon, vergleicht man ihn mit klassischen Werken („Don Quijote" - je nach Ausgabe bis zu 1500 Seiten). Kirsten Traeger, die Tochter des Autors, steuerte schöne Zeichnungen für das Werk bei. „Sonst zeichnet sie nur Mangas", sagt der Vater. Und alle Schüler, die an der Jerg-Ratgeb-Schule zu freiwilligen Testlesern wurden, haben nun ein Freiexemplar im eigenen Schrank, in dem sie die Abenteuer der alten Rittersleut' im Land der Gegenwart noch einmal nachlesen können.
(Artikel erschienen am 26.02.2016 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).
betreuende Lehrerin: Jutta Wiemann

betreuende Lehrerin: Jutta Wiemann
Betreuung durch Jutta Sailer und Bärbel Kranert, Mediothek
„HEISS AUF LESEN“
Die Leseclubaktion findet bereits zum dritten Mal in Kooperation mit der Stadtbibliothek Herrenberg statt.
Alle SchülerInnen der Klassen 5-7 können sich anmelden. Kommt zu uns in die Mediothek, holt euch euren Clubausweis und macht mit! Die speziell ausgewählten Bücher stehen ab dem 14.07.15 für euch bereit.
Jedes Clubmitglied, das mindestens drei Bücher in den Sommerferien gelesen hat, erhält bei der Abschlussparty im September in der StaBi Herrenberg eine Urkunde.
Wie immer könnt ihr euch unabhängig davon über die Sommerferien mit Lesestoff eindecken, das Ferienlektüre-Regal ist voll!
(Bärbel Kranert und Jutta Sailer)
Buch in der Kiste
betreuende Lehrerin: Lea Bögelspacher


Schreibwerkstatt Kalligraphie
betreuende Lehrkräfte: Matthias Schöneck, Birgitta Lutz
Nana Figur in Überlebensgröße
betreuende Lehrerin: Jutta Wiemann