Musik an der Schule
Die Gassenhauer reißen das Publikum mit
 
Herrenberg: Jerg-Ratgeb-Realschule gibt begeisterndes Rock-Pop-Konzert in Stadthalle
 
von Gabi Weber-Urban, Gäubote Herrenberg, 05.04.2019
 
betreuender Lehrer: Alexander Riegler

Einen vergnüglichen, abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend erlebten die Zuschauer in der voll besetzten Herrenberger Stadthalle beim Rock-Pop-Konzert der Jerg-Ratgeb-Realschule. Über 220 Schüler präsentierten in einem temporeichen und vielfältigen Programm die Ergebnisse ihres Musikunterrichtes und versetzten das Publikum ins Staunen.

Auch die Band der Klassen 7 und 8 überzeugte mit „l'am a believer"    GB-Foto: Bäuerle

In der Jerg-Ratgeb-Realschule hat das Konzertieren Tradition. So strömten viele ehemalige Schüler, einst an gleicher Stelle selbst auf der Bühne, in die Halle. Der Abend wurde in aufsteigender Folge von den Klassenstufen 7 bis 10 gestaltet. Für die musikalische Leitung zeichneten Dominik Haug, Martina Karl-Hartmann, Ina Peter, Anja Pfeifer, Dagmar Schröder und Schulleiter Alexander Riegler verantwortlich.

Die Klassenstufe 7 und 8 eröffnete das Konzert. Dem Orchester gelang es, mit den ersten Takten die Zuhörer für sich einzunehmen. Zu den Klängen von „James Bond Theme" begab sich das Publikum - dem Geheimagenten 007 folgend - auf die „Spur der Musik" und folgte ihr begeistert bis zum Ende des Abends. Die präsentierten Stücke - allesamt beliebte „Gassenhauer" - überzeugten im Ausdruck, rissen mit und ließen die Füße wippen. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Selbst in den Umbaupausen war für Unterhaltung gesorgt. Die fotografischen Impressionen von Gerhard Stocker gewährten Einblick in die Konzerte früherer Jahre.

Mit Selbstbewusstsein und Sicherheit auf der Bühne

Unter dem Motto „Love meets dreams" unterhielt der Chor der Klassenstufe 8 mit einem bunten Reigen beliebter Songs, die von den Beatles, über Namika bis zu Fanta 4 reichten. Beeindruckend waren das Selbstbewusstsein und die Sicherheit, mit der die zahlreichen Solisten agierten. Der erste Zwischenapplaus war bei der italienischen Version von „Bella Ciao" fällig, der in rhythmisches Klatschen überging und das Publikum zum musikalischen Begleiter der Vortragenden werden ließ.

Die Tänzerinnen und Tänzer der Klassenstufe 8 begeisterten mit ihren fantasievollen Kostümen und einer exakt ausgeführten Choreografie, die akrobatische Elemente mit Flickflacks und Hebefiguren enthielt. Streetdance und Paartanzelemente rundeten die spritzige Darbietung ab. Das Tanzmodul wurde wunderbar untermalt von Lichtimpressionen.

In der „Crime Time" trafen mit Koffern ausgestattete Geldboten auf eine Bande schlagstockbewaffneter Gangster. Die spannende Geschichte wurde mit Hilfe von mitgeführten Gegenständen, die als Klangerzeuger herhielten, und mittels Körperinstrumenten auf faszinierende Weise intoniert. Atemlos und mit Herzklopfen verfolgten die Zuschauer das Geschehen unter dem Titel „Money Transport".

Die Zeit nach der Pause war den Schülern der neunten und zehnten Jahrgangsstufe vorbehalten. Die Band für Einsteiger beeindruckte mit unterschiedlichen Solisten. Eine Einführung erfolgte in das Stück „Last Resort" der amerikanischen Rockband Papa Roach.

Die Solisten Lara Braitmaier und Jens Schuller stimmten auf den JRS-Chor ein. Für ihre wunderbare Darbietung von „Rewrite the stars" wurden sie mit einem langanhaltenden Applaus belohnt. Unter dem Motto „Pop across the decades" ließ der Chor 50 Jahre Popgeschichte Revue passieren. Lukas Zill verdiente sich mit seiner Interpretation von „I'll be missing you" Szenenapplaus.

In ergreifender Weise brachte die Tanzgruppe der Neunt- und Zehntklässler die Geschichte zweier Schwestern auf die Bühne, die durch einen Fluch in Vögel verwandelt und auf ewig getrennt sein sollten. Eine Bewegungswelle in Schwarz und Weiß lief aufeinander zu, vermischte sich, driftete auseinander, um - nach dramatischem Kampf - die Vögel zu erlösen und die Schwestern wieder zu vereinen.

Das Finale des Abends bestritt ein Kooperationsorchester bestehend aus der JRS Bigband, der First Band der Theodor-Schüz-Realschule, für die Stephanie Schneider und Barbara Goering verantwortlich zeichneten, und dem Percussion Ensemble Herrenberg unter Gregor Daszko. Für die Bands der beiden Herrenberger Realschulen war es nicht der erste gemeinsame Auftritt in diesem Jahr. Nach einem Aufenthalt in der Landesakademie am Anfang des Schuljahres verbrachten die Schüler fünf Tage in Polen, wo sie, im Rahmen eines Schüleraustausches mehrere Konzerte gaben. Mit Klangfülle und heißen Rhythmen überzeugte das Orchester.

Und als beim abschließenden „Samba de Janeiro" alle Musiker auf der Bühne erschienen, wogte die ganze Stadthalle, und die Begeisterung des Publikums entlud sich in einem donnernden und langanhaltenden Applaus.

Das Verbindende und Vereinende der Musik war bei diesem Abend, der alle restlos begeisterte, wunderbar spürbar. Vereint waren Lehrer und Schüler, Jetzige und Ehemalige, Darbietende und Publikum. Die Liedzeilen der Fanta 4 - anfangs vom Chor gesungen - „Wir sind unzertrennbar; wir sind unverkennbar; wir setzen uns ein Denkmal" aus dem Lied „Zusammen" bringen das Konzert auf den Punkt.

(Artikel erschienen am 05.04.2019 im Gäubote Herrenberg. Wir danken der Redaktion des Gäubote für die freundliche Genehmigung des Nachdrucks. Siehe auch www.gaeubote.de).